Lob für Bayerns Energiepolitik

Bayern belegt bei der Nutzung erneuerbaren Energien den ersten Platz in Deutschland. So lautet das Ergebnis eines Bundesländervergleichs, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung  Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag von und in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien erstellt haben.

Insgesamt Platz drei

Im gesamten Ländervergleich landet Bayern auf dem dritten Platz, hinter Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Der Analyse liegen insgesamt 61 Indikatoren zu Anstrengungen und Erfolgen auf Länderebene zugrunde. Neben energie- und umweltpolitischen Fragen der Nutzung erneuerbarer Energien werden dabei auch technologie- und wirtschaftspolitische Aspekte einbezogen. Die niedrigste Gesamtpunktzahl erreicht in dem Vergleich das Saarland. Zu den weiteren Bundesländern, die insgesamt nur wenige Punkte erhielten, gehören Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Bei Bayern heben die Autoren des Vergleichs hervor, dass das Land bei der Nutzung erneuerbarer Energien besonders weit fortgeschritten sei. Erneuerbare Energien spielten in Bayern traditionell eine große Rolle, heißt es dazu. Der Anteil an der gesamten Stromerzeugung habe im Vergleichszeitraum mit 44,1 Prozent über dem Bundesdurchschnitt gelegen.

Spitze bei der Solarenergie

„Wie bereits in den Vorgängerstudien führt Bayern bei der Potenzialausnutzung der Photovoltaik mit nunmehr 41,1% deutlich“, schreiben die Autoren der Studie. Obwohl das Land bei der Solarstromerzeugung bereits weit an der Spitze stehe, sei zwischen 2015 und 2018 (gemessen am Potenzial) die dritthöchste Leistung zugebaut worden.

Auch bei der Solarwärmeerzeugung liegt Bayern mit großem Abstand an der Spitze des Länderrankings. Laut Studie werden im Freistaat 46 Prozent des Solarwärmepotentials ausgenutzt. Ähnliches gilt bei Wärmeerzeugung mit Holzpellets. In dieser Kategorie ist der Freistaat ebenfalls Spitzenreiter.

Bei der Verstromung von Biomasse (gemessen am Potenzial) bewegt sich Bayern laut Vergleichsstudie im Mittelfeld (Platz neun). Der Zubau zwischen 2015 und 2018 sei aber der viertgrößte gewesen.

Viel Strom aus Wasserkraft

Mehr als die Hälfte des Stromerzeugungspotenzials aus Wasserkraft in Deutschland entfalle allein auf den Freistaat – und diese Chancen nütze das Land auch gut aus, lobt die Studie. 82,4 Prozent des vorhandenen Potenzials würden schon genutzt, was Rang drei bedeute.

Einen Spitzenplatz belegt Bayern auch bei der Forschungsförderung für Erneuerbare Energien. Hinter Niedersachsen und Bremen landet der Freistaat auf Platz drei.

Kritik an der 10H-Regel

Weniger gut schneidet Bayern dagegen bei der Nutzung der Windkraft ab. „Die Potenziale der Windenergie werden noch unzureichend genutzt (Platz 14)“, heißt es in der Studie. Solange die strikten Abstandsregelungen bestehen bleiben, dürfte sich das auch in Zukunft kaum ändern, schreiben die Autoren. Kritik an der Windenergiepolitik äußern auch die für die Studie befragten Verbände Erneuerbarer Energien. Sie bemängeln ebenfalls die im Freistaat geltende 10H-Regelung. Hier wird jedoch nicht berücksichtigt, dass mit dieser Regelung der Widerstand der Bevölkerung gegen neue Windräder vor der eigenen Haustür reduziert werden soll. Zugleich können sich Gemeinden auf niedrigere Abstände einigen.

Insgesamt mahnen die Autoren der Studie weitere Anstrengungen der Länder an. Dazu sollten die Länder ihre Gestaltungsspielräume insbesondere im Wärmesektor wesentlich stärker nutzen. Als Beispiele nennen die Studienautoren eine verpflichtende kommunale Wärme- und Kälteplanung, Maßnahmen zur Defossilisierung der Fernwärme und Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien auch im Gebäudebestand. Diesbezüglich sollten die Länder ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und die landeseigenen Liegenschaften verstärkt mit Erneuerbaren Energien versorgen.

Der Beitrag Lob für Bayerns Energiepolitik erschien zuerst auf Bayernkurier.

• Weiterlesen •