Sachsens Schatzkammer: »Grünes Gewölbe« in Dresden von Einbrechern geplündert

Das Juwelenzimmer im „Grünen Gewölbe“ (Archivbild): Bei einem Einbruch wurden zahlreiche historische Schmuckstücke aus der berühmten Dresdener Schatzkammer entwendet

In das Dresdner Museum »Grünes Gewölbe« wurde eingebrochen. Wie hoch der Schaden infolge des Diebstahls zahlreicher historischer Schmuckstücke ist, lässt sich derzeit noch gar nicht abschätzen.

Bei einem spektakulären Einbruch in Dresdens berühmte Schatzkammer »Grünes Gewölbe« ist ein Schaden in unbekannter Höhe entstanden, berichtet die ›Deutsche Presse-Agentur‹ (dpa). Der Einbruch betrifft den historischen Teil der Sammlung mit Juwelengarnituren und anderen wertvollen Kunstobjekten. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.

Eigentlich sind die Räume des Museums streng gesichert. Über Details wollte die Polizei im Tagesverlauf informieren, auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollte den Tatort aufsuchen. Er zeigte sich entsetzt: »Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen! Die Werte, die im ›Grünen Gewölbe‹ und im Residenzschloss zu finden sind, sind von den ‎Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet worden.« Kretschmer betonte: Man könne die ‎Geschichte des Freistaates nicht verstehen ohne das »Grüne Gewölbe« und ‎die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsens.

Kretschmer: Wir Sachsen wurden bestohlen

Laut Zeitungsberichten brannte am Montagmorgen ein Stromkasten unter der Augustusbrücke, mit dem möglicherweise die Stromzufuhr zu den Staatlichen Kunstsammlungen unterbrochen wurde. Eine Sprecherin des Energieversorgers Drewag bestätigte den Vorfall: »Die Drewag musste den Schaltkasten außer Betrieb setzen.« Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, ist noch unklar.

Am Vormittag war die Spurensicherung am Tatort, die Polizei hatte sowohl einen Teil der Schatzkammer als auch die gegenüberliegende Schinkelwache – die Kasse der Semperoper – abgesperrt. Äußerlich wirkte die Schatzkammer unversehrt, die Fenster sind durch historische gusseiserne Gitter geschützt.

Ein Vermächtnis August des Starken

Sachsens Kurfürst August der Starke (1670–1733) hatte die Schatzkammer zwischen 1723 und 1730 anlegen lassen. Heute wird sie in zwei Abteilungen präsentiert. Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Residenzschlosses in den authentisch wiederhergestellten Räumen der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das »Neue Grüne Gewölbe« besondere Einzelstücke.

Eines der wertvollsten Stücke des »Grünen Gewölbes« wird derzeit im »Metropolitan Museum of Art« in New York ausgestellt – der »Grüne Diamant«. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung »Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe« des Metropolitan Museum of Art. (lol)

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