„Sexuelle Vielfalt“Grüne erfreut: Fußballverband Berlin integriert Transgender

BERLIN. Die Grünen-Bundestagsabgeordneten Monika Lazar und Ulle Schauws haben die Entscheidung des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) gelobt, trans- und intergeschlechtliche Personen in den Spielbetrieb zu integrieren. „Die Entscheidung des BFV ist richtungsweisend und ein Signal an oft konservative Sportstrukturen. Erstmals führt ein Sportverband eine progressive Regelung mit Vorbildcharakter ein, die Sicherheit für trans- und intergeschlechtliche Menschen und auch Verbände selbst schafft“, kommentierten sie den Beschluß.

Der BFV hatte während seiner Verbandstagung am vergangenen Wochenende einen Antrag angenommen, demzufolge Personen mit der Geschlechtszuordnung „divers“ künftig wählen können, ob sie in Herren- oder Damenmannschaften spielen. „Berlin ist eine weltoffene Stadt. Dies spiegelt sich auch auf den Sportplätzen dieser Stadt wieder. Auch möchten wir, daß jeder Mensch die Möglichkeit hat und behält, in unserem Verbandsgebiet Fußballsport zu betreiben“, heißt es in der Begründung des Verbandes.

Der BFV betonte, mögliche Wettbewerbsvor- und nachteile, welche durch körperliche Veränderungen entstehen könnten, würden bewußt in Kauf genommen. Jedoch dürften im Seniorenbereich nur maximal zwei Transgender-Personen in einer Mannschaft spielen.

Tennis-Legende Navratilova ist gegen Transgender im Frauensport

Die Änderung der Regelung sei ein großer Schritt für transgeschlechtliche Personen, äußerten die beiden Grünen-Parlamentarierinnen. Der Vorstand des Lebens- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg dankte dem BFV für den „richtungsweisenden Beschluß“.

In den Vereinigten Staaten hatte der Kraftsportverband „USA Powerliftung“ im vergangenen Februar Transgender-Athleten von Frauenwettkämpfen ausgeschlossen. Auch durch eine künstliche Reduzierung des männlichen Sexualhormons Testosteron sei der Vorteil eines männlichen Körpers in einem Frauenwettbewerb nicht vollständig kompensiert, begründete die Organisation ihre Entscheidung.

Auch die Tennis-Legende Martina Navratilova sprach sich in der Vergangenheit gegen Transgender-Athleten im Frauensport aus. Anderenfalls würden Betrüger belohnt, warnte die neunfache Wimbledon-Siegerin. In den Vereinigten Staaten wird seit Jahren über die Teilnahme von Trans-Athleten an Frauenwettkämpfen diskutiert. (ag)

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