Protschka: Politische Rahmenbedingungen für Rapsanbau verbessern!

Berlin, 18. November 2019. In einer kleinen Anfrage (BT-Drs. 19/14681) an die Bundesregierung hat die AfD-Fraktion nach den bisherigen und den geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Schließung der heimischen „Eiweißlücke“ gefragt. Der Agrarpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Stephan Protschka, äußert sich zu den Antworten der Bundesregierung wie folgt:

„Ich begrüße die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 2012 auf den Weg gebrachte Eiweißpflanzenstrategie (EPS) sehr. Derzeit müssen wir jährlich etwa 2,3 Millionen Tonnen verdauliches Rohprotein für die Nutztierhaltung importieren. Diesen Bedarf decken wir zu mehr als 75 Prozent über den Import von Sojabohnen und Sojaextraktionsschrot. Wir reden hier immerhin über eine Flächenbelegung im Ausland für den Import von Futtermitteln für die heimische Nutztierhaltung von etwa 2,1 Millionen Hektar.

Die Stärkung des Anbaus von heimischen Eiweißpflanzen kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen, umweltgerechten, ressourcenschonenden und vor allem gentechnikfreien landwirtschaftlichen Produktion leisten.

Leider stehen im Blickpunkt der Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung aber nur die klassischen Körnerleguminosen, wie beispielsweise Ackerbohnen, Erbsen, Soja und Kleearten. Der Raps als wichtigste heimische Eiweißpflanze wird überhaupt nicht berücksichtigt. Seit 2014 ist der Rapsanbau in Deutschland um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Das ist sehr Schade, denn der Raps ist ein wichtiges Glied in der Fruchtfolge und leistet als Blühpflanze einen unersetzbaren Beitrag zum Erhalt und Schutz von Biodiversität und Insekten. Aber auch wirtschaftlich ist der Raps von hoher Bedeutung. Bei der Gewinnung von Öl oder Biodiesel aus Raps, fällt eiweißreiches Rapsschrot als Nebenprodukt an, welches als Eiweiß-Futtermittel verwendet werden kann.

Ich fordere die Bundesregierung auf, den Raps als die wichtigste gentechnikfreie Eiweißpflanze in der Eiweißpflanzenstrategie zu berücksichtigen. Die politischen Rahmenbedingungen für den Anbau müssen schleunigst verbessert werden. Dazu gehören vor allem die Zulassung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen zur Bekämpfung des Rapserdflohs und der kleinen Kohlfliege, für die es derzeit keine ausreichend wirksamen Bekämpfungsmöglichkeiten gibt sowie die Förderung der Entwicklung neuer widerstandsfähigerer Rapssorten.“

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