IS findet im Konflikt zwischen Kurden und Türken neuen Nährboden

Von Arne Baran | Die Situation vor einem Monat: Aus dem Lager Ain Issa in Nordsyrien haben 980 Insassen – bei denen es sich offenbar um IS-Kämpfern handelt – die Gefechte zwischen den Kurdenmilizen und der türkischen Armee genutzt, um zu entkommen. Dem Sprecher der syrisch-kurdischen Selbstverwaltung Lukman Ahmy zu Folge, sollen die Inhaftierten nach dem Beschuss der türkischen Soldaten auf das Wachpersonal losgegangen, dann geflohen und zum größten Teil untergetaucht sein.

Den Terroristen wurde die Flucht durch die angeschlagenen Kurdenmilizen vereinfacht, die sich gegen die Türkei verteidigen müssen. Seit einiger Zeit schon haben sie – sowohl intern als auch extern – mit mehreren Aggressoren zu kämpfen. Grund für die Eskalations-Möglichkeit, lieferte auch der Abzug der amerikanischen Truppen. Als treue Verbündete der Kurden, gaben sie ihnen lange Zeit eine unbezahlbare Hilfestellung, die bis heute noch spürbar ist.

Jetzt fehlt durch dieses “neu entstandene Chaos“ die Struktur für das Bestreben, die Extremisten wieder einzufangen, denn an allererster Stelle steht für die meisten Menschen in Konflikten der “Feind“. Während Trump nun weiterhin versucht den Auftrag seines Landes aus der alten Rolle der Weltpolizei zu halten, beschweren sich die restlichen Regierungschefs der westlichen Länder, da die USA ihre Truppen trotz Gefahr eines Wiederaufloderns der Konflikte abziehen und so eine hohe Terrorgefahr in Kauf nehmen würden. Durch die zahlreichen Konflikte und das dadurch resultierende Chaos schleusen sich viele Extremisten unter die Massen an flüchtenden Richtung EU.

Das gefährlichste worüber sich die Wenigsten im Klaren sind, ist die Gewaltbereitschaft. Viele der Extremisten sind zu allem bereit, sowie kampferfahren und im Umgang mit Waffen ausgebildet. Bei einer Einreise deutscher Islamisten will man jedoch besonders auf radikalisierte Frauen und Kinder achten. Von weiblichen Rückkehrern gehen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden ebenso große Risiken aus wie von Männern, weil sie die Szene vernetzen und die Dschihad-Ideologie an ihre Kinder weitergeben, wie zuletzt bei Sarah O., sie wurde bei ihrer Rückkehr aus Syrien unter mehreren Anklagepunkten vor Gericht gestellt. Es gehe nun darum, „die Ausbreitung der Hass-Ideologie“ zu stoppen, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kürzlich. Verfassungsschutz, Jugendämter und Schulen sollen dabei gemeinsam helfen. Eine entsprechende Handlungsempfehlung wird zurzeit erarbeitet, wie zweckvoll diese sein wird, bleibt abzuwarten.

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