Nachbericht Regensburg: “Wir müssen über 90 Minuten mehr tun”

Foto: Sportfoto Zink

  • Die Nachbetrachtung:

„Diese Liebe ist nichts für Feiglinge.“ Worauf Club-Fans bereits vor ein paar Jahren im Rahmen einer Choreo in der Nordkurve hinwiesen, gilt in diesen Tagen wohl so sehr wie lange nicht mehr. Wie schon in Aue eine Woche zuvor verspielte der Club nicht nur eine Führung, er kassierte wieder einen späten Gegentreffer, der ihn um wertvolle Punkte brachte. „Wir belohnen uns leider nicht“, monierte daher auch Cheftrainer Damir Canadi rund eine Stunde nach der Partie im Pressekonferenz-Raum des Max-Morlock-Stadions.
Eine strittige Szene war auch da noch Thema im Gespräch mit den Journalisten: der abgepfiffene Treffer von Nikola Dovedan (23.). Mit einer schönen Drehung ließ der Österreicher einen Jahn-Verteidiger stehen, versenkte anschließend das Leder platziert im unteren Eck. Bevor der Ball allerdings die Linie überschritt, pfiff Schiedsrichter Patrick Alt die Situation ab. Seine Linienrichterin Katrin Rafalski sah eine vermeintliche Abseitsposition, hob daher die Fahne. Im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen St. Pauli, als Schiri Lasse Koslowski einen Pauli-Angriff trotz Fahnen-Zeichen von der Seitenlinie laufen ließ, der schließlich zum 1:0 der Kiezkicker führte, konnte dieser Treffer daher nicht mehr seitens der Video-Assistenten überprüft werden. Die TV-Bilder legen zumindest nahe, dass es sich in dieser Szene wohl um gleiche Höhe gehandelt haben könnte.
Ärgerlich, aber nicht spielentscheidend, unterstrich zumindest Canadi im Nachgang: „Wir hadern zwar mit der Szene, müssen aber das 2:0 nachlegen. Das müssen wir auch klar betonen und sind selbstkritisch genug.“ Gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit blieben leider mehrere Kontersituationen ungenutzt. „Top-Teams spielen sowas zu Ende, sowas fehlt uns in solchen Phasen.“ Und auch Enrico Valentini zeigte sich selbstkritisch: “Die ersten 60 Minuten haben wir ein gutes Spiel gezeigt. Wir müssen aber über 90 Minuten mehr tun.”

  • Das sagen die Fans:

Viktor List (via Twitter): “Neue Merchandise-Idee für den FCN: Herztabletten für die Fans …”
Engerla (via Twitter): “Wenn Ihr Euch nie sicher sein wollt. Wenn Ihr immer Herzrasen wollt. Wenn Ihr himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt sein wollt. Wenn Ihr jubeln wollt und Euch im nächsten Moment zum Heulen ist. Wenn Ihr trotzdem nicht von ihm lassen könnt. Dann werdet unbedingt Fan vom #FCN.”

  • Das sagen die Medien:

nordbayern.de: “Schon wieder die Nachspielzeit, schon wieder lässt der Club Punkte liegen! Gegen Jahn Regensburg schnuppert der FCN lange am Sieg, lässt sich in der Nachspielzeit dann aber doch noch eins einschenken – und tritt deshalb weiter auf der Stelle.”
süddeutsche.de: “Wieder ein später Rückschlag: Der FCN ist gegen Regensburg die bessere Mannschaft, bleibt aber nach dem 1:1 der Zweitligist, der nach einer Führung die meisten Punkte abgibt.”

  • Der Ausblick:

Viel Zeit bleibt nicht, bereits am Dienstag reist die Mannschaft nach Kaiserslautern, um am Mittwoch um den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale zu kämpfen. „Das Spiel wollen wir natürlich gewinnen und im Cup weiterkommen“, gibt Canadi die Marschroute vor. Die Roten Teufel mit Ex-Trainer Boris Schommers befinden sich in der 3. Liga derzeit im freien Fall, stehen nach 13 Spieltagen auf dem 17. Tabellenplatz.
“Für uns ist es jetzt gut, dass es zügig weitergeht. So können wir den Frust schneller abbauen”, so Valentini. “Wir fahren nach Lautern, um dort weiterzukommen, müssen die Sache aber natürlich mit dem nötigen Respekt vor dem Gegner angehen.”

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