Ex-Cluberer Palacios: Beim Club “Kindheitstraum erfüllt”

Foto: Sportfoto Zink
fcn.de: Hallo Federico, Anfang September bist du vom Club zu Jahn Regensburg gewechselt. Was waren die Gründe für den Vereinswechsel und wie zufrieden bist du dort mit deiner sportlichen Situation aktuell?
Federico Palacios: Der Wechsel war für mich auf jeden Fall der richtige Schritt. Ich habe in Nürnberg einfach nicht mehr das Vertrauen gespürt, das ich mir erhofft hatte. Der Verein teilte mir auch mit, dass ich voraussichtlich nicht allzu viel Spielzeit bekommen werde. Daraufhin habe ich mich mit dem Jahn getroffen und nach den guten Gesprächen musste ich auch nicht lange überlegen. Mit unseren letzten Ergebnissen und auch mit meiner persönlichen Situation bin ich sehr zufrieden. Ich konnte viele Spielminuten sammeln, auch wenn ich mich erst etwas an die Spielidee beim SSV Jahn gewöhnen musste. Viele Sprints, Gegenpressing und lange Bälle waren für mich eine gewisse Umstellung, auch wenn ich viele Prinzipien schon aus meiner Zeit in Leipzig kannte, wo ähnlich gespielt wird. Ich bin vielleicht noch nicht bei 100 Prozent, aber ich komme immer besser rein.
fcn.de: Wie blickst du auf die Zeit in Nürnberg zurück?
Federico Palacios: Sehr positiv. Auch wenn ich den Verein im Sommer verlassen habe, überwiegen auf jeden Fall die schönen Erinnerungen. Gerade mit dem Aufstieg und der letzten Saison, in der jeder von uns Bundesliga-Erfahrung sammeln konnte. Auch wenn der Abstieg am Ende für uns alle bitter war, konnte jeder von uns in den großen Stadien der Bundesliga auflaufen. Da ist auch für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.
fcn.de: Hast du noch Kontakt zu ehemaligen Kollegen und wie dürfen wir uns diesen vor dem Spiel vorstellen?
Federico Palacios: Mit dem Einen oder Anderen habe ich noch Kontakt, mit Alex Fuchs habe ich mich zum Beispiel auch einmal getroffen seit dem Wechsel. Auch mit Techniktrainer Nate Weiss stehe ich öfter in Kontakt. Ich weiß nicht, was in den nächsten Tagen noch passiert und ob da noch mehr Kontakt zustande kommt. Ich habe mich auf jeden Fall mit allen immer gut verstanden und freue mich, alle wieder zu sehen.
fcn.de: Du hast im Max-Morlock-Stadion noch nie als Gast gespielt. Wird es für dich eine besondere Rückkehr?
Federico Palacios: Auf jeden Fall. Ich war vor zwei Monaten noch dort und dementsprechend wird es schon etwas Besonderes für mich sein. Ich freue mich darauf, das Stadion, die Mannschaft und alle, die ich dort kennengelernt habe, wieder zu sehen.
fcn.de: Auf dem fünften Tabellenplatz hätten euch nach zehn Spieltagen wahrscheinlich die wenigsten erwartet. Was sind die Gründe dafür?
Federico Palacios: Wir haben die letzten Spiele gepunktet, das ist der Hauptgrund (lacht). Wir versuchen in jedem Spiel, unsere Spielweise durchzubringen. Wenn wir umsetzen, was wir uns vornehmen, dann ist das für jeden Gegner schwer zu verteidigen. Viel Pressing, aggressiv gegen den Ball arbeiten und vorne den Ball gewinnen, grundsätzlich eklig sein und im richtigen Moment die Tore machen. Platz 5 ist schön, aber das ist nur eine Momentaufnahme und das wissen wir. Wenn man in der Tabelle nach hinten schaut, geht es sehr eng zu. In der Liga weiß jeder, dass man nach einer kurzen Schwächephase und zwei oder drei verlorenen Spielen plötzlich am Tabellenende stehen kann. Wir freuen uns, momentan dort oben zu stehen, aber wir wissen, dass wir weiter an uns arbeiten müssen, um am besten nie in die gefährliche Zone zu rutschen. Das ist unser Ziel.
fcn.de: Wie schätzt du den Club ein?
Federico Palacios: Man sieht in jedem Spiel, dass sie im Spiel nach vorne ihre Qualitäten haben. Sie gehen oft in Führung, lassen aber schon auch Chancen für den Gegner zu. Daraus wollen wir Kapital schlagen, müssen aber hellwach sein.
fcn.de: Was für eine Partie erwartest du am Sonntag?
Federico Palacios: Der Club weiß natürlich auch, was den Jahn auszeichnet. Wir wollen unser Spiel von der ersten bis zur letzten Sekunde durchziehen, auch wenn wir wissen, wie schwer das gegen diesen Gegner wird. Vielleicht können wir dann auch den einen oder anderen Konter besser ausspielen als zuletzt. Wenn uns das gelingt, denke ich, dass auch in Nürnberg alles möglich ist. Wir wollen auf jeden Fall etwas mitnehmen.

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