Peinlicher IrrläuferAlles muß raus

Die Freude hüpft aus jedem Wort von Antje Lezius. Die CDU-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz hatte gerade eine E-Mail erhalten – vom Referat BL 5 des Bundestags, zuständig für Zentrale Bedarfsdeckung und Logistik.

Darin erinnerte eine Mitarbeiterin die Abgeordneten daran, daß Bestellungen über das Sachleistungskonto noch bis zum 19. November erfolgen müßten, damit sie in diesem Jahr erstattet werden können. Schließlich steht den Abgeordneten ein Budget für Bürobedarf und andere Arbeitsutensilien zur Verfügung.

Die Pauschale in Höhe von 12.000 Euro wird immer nur für ein Kalenderjahr zugewiesen, wird sie nicht verbraucht, verfällt das Budget. Das führte in der Vergangenheit schon mal dazu, daß sich die Bestellungen der Abgeordneten gegen Ende des Jahres plötzlich sprunghaft häuften. Für Schlagzeilen sorgte dabei auch, daß sich der ein oder andere Volksvertreter kostspielige Montblanc-Füllfederhalter oder ähnliche Annehmlichkeiten gönnte.

„Also, jetzt geht’s ans Einkaufen“

Die CDU-Abgeordnet Antje Lezius war jedenfalls so erfreut über die E-Mail, daß Sie – anstatt die Nachricht an die eigenen Mitarbeiter weiterzuleiten – auf „Allen antworten“ drückte. „Also, jetzt geht’s ans Einkaufen“, schrieb sie und ordnete getreu dem Motto ‘Alles muß raus’ an: „Bitte Plan erstellen, was wann für wen beschafft werden muß.“

Das ließen sich die über den offenen Verteiler angeschriebenen Kollegen und Kolleginnen aus den übrigen Bundestagsbüros nicht zweimal sagen. „Liebe Frau Lezius, ich wünsche mir ein Pony“, schrieb der Mitarbeiter eines Abgeordneten. „Warum so bescheiden? Wir wollen kein kleines Pony, wir wollen den ganzen Ponyhof“, antwortete ein anderer. Gut möglich ist allerdings, daß die Erfüllung einiger Wünsche bis zum nächsten Jahr warten muß, wenn die Büropauschale der CDU-Abgeordneten wieder neu gefüllt ist.

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