Die Berliner Flüchtlingslobby bekommt sogar Geld für abwesende Heimbewohner

Kaputte Straßen und Brücken, marode Schulen, ein heillos überlasteter öffentlicher Verkehrsbetrieb: Keine Frage, in Sachen Bildung und Verkehr blickt das Land Berlin auf einen riesigen Investitionsstau. Geht es um dessen Abbau, verweist die Regierung gern auf die angespannte Kassensituation. Wie gut, dass es mit den hiesigen Sozialverbänden und Flüchtlingsvereinen wenigstens keine Kläger gibt, denn die sind mehr als üppig ausgestattet wie ein Schreiben des Sozialsenats an den Flüchtlingsrat Berlin beweist.

Ist man Asylbewerber in Berlin kann man sich nämlich einer Vollkasko-Versorgung sicher sein. Nicht nur das: Der Asylbewerber darf sogar seinem Wohnheim bis zu 20 Tagen fernbleiben. Das Land Berlin hält ihm gerne seinen Platz frei. Natürlich bezahlt. Wie Gunnar Schupelius in seiner B.Z.-Kolumne berichtet, bestätigt Staatssekretär Daniel Tietze, daß »Abwesenheiten nach vorheriger Anmeldung zugelassen« seien. Dem Betreiber würden sämtliche Kosten für die Freihaltung des Heimplatzes vom Land Berlin erstattet. Für eine Person, rechnet Schupelius vor, betrage das im Schnitt 35 Euro täglich. Für eine Familie kämen bereits locker über 200 Euro täglich zusammen. Da kommen ordentliche Summen zustande – und das alles für leere Heimplätze.

Nachfragen der B.Z., ob Asylbewerber ihre Abwesenheiten begründen müssen und ob jemand die tatsächliche Dauer ihrer Abwesenheit kontrolliere, ließ die zuständige Senatorin Elke Breitenbach (Linke) bezeichnenderweise unbeantwortet. Die Wahrheit kann sich der brave, fleißig steuerzahlende Bürger sekundenschnell zusammenreimen.

Die Sozialsenatorin steht indes voll hinter der Regelung. Sie solle den »Geflüchteten Besuche von Verwandten ermöglichen«. Wohin diese genau reisen, verrät sie allerdings nicht. Das wird höchstwahrscheinlich genauso wenig erfasst wie die Dauer der Abwesenheit der Urlauber. Womöglich käme die Senatorin da auch in unwillkommene Erklärungsnöte. Denn nicht selten entschließen sich die Flüchtlinge in ihrer Heimat Urlaub zu machen, also genau an ebenjenem Ort, aus dem sie angeblich aus Angst vor politischer Verfolgung geflüchtet sind. In Berlin hat der Missbrauch des Asylrechts offenbar System, von dem manche gut und gerne leben können.

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