NiedersachsenGöttingen: Linksextreme blockieren Lesung von de Maizière

GÖTTINGEN. Linksextreme haben am Montag abend eine Lesung des ehemaligen Bundesinnen- und Verteidigungsministers Thomas de Maizière (CDU) in Göttingen verhindert. Dutzende Demonstranten blockierten die Zugänge zum Alten Rathaus, wo der Christdemokrat aus seinem Buch „Regieren“ vortragen sollte.

„Die Polizei hält es für zu gefährlich, wir müssen uns der Gewalt beugen“, sagte der Geschäftsführer der Veranstaltungsreihe Literaturherbst, Johannes-Peter Herberhold, der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen. Niemand habe damit gerechnet.

Anlaß für die Blockade seien die deutschen Rüstungsexporte in die Türkei gewesen, betonten Redner der Kundgebung. „Wir protestieren heute, weil Thomas de Maizière und seine Partei eine besondere Verantwortung für die Waffenlieferungen haben“, begründete eine Sprecherin der Antifaschistischen Linken die Proteste. Daher dürfe dem CDU-Politiker keine Bühne gegeben werden.

Zivilstreife bringt de Maizière aus Rathaus

Weitere Vorwürfe richteten sich gegen de Maizières Rolle als Innenminister. Zudem demonstrierten die Teilnehmer der Blockade gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien.

De Maizière habe sich während der Kundgebung im Rathaus aufgehalten. Eine Zivilstreife geleitete ihn demnach unbemerkt von den Demonstranten aus dem Gebäude. Die Veranstalter des Göttinger Literaturherbst kündigten an, die Lesung mit de Maizière nachholen zu wollen.

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art für den CDU-Politiker. Bereits im April 2013 verhinderten Störer einen Vortrag des damaligen Verteidigungspolitikers an der Humboldt-Universität in Berlin. Im Dezember 2012 mußte ein Vortrag de Maizières an der Leipziger Universität nach Tumulten abgebrochen werden. (ag)

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