Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Zukunft schon hinter sich: Die Frau, auf die niemand mehr wartet

Die Demontage der nicht liefernden CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer hat begonnen – mit einer Rebellion auf offener Bühne:

Noch kein volles Jahr im Amt und politisch schon so gut wie tot: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird von der eigenen Parteijugend demontiert

Auf ihrem Deutschlandtag in Saarbrücken stimmte die Junge Union (JU) mit großer Mehrheit für einen Mitgliederentscheid (Urwahl) in der Frage des Unions-Kanzlerkandidaten und umjubelte zugleich Ex-Fraktionschef Friedrich Merz wie einen Erlöser. Ein offener Affront – mehr noch: eine Rebellion gegen das CDU-Establishment!

»Oooooh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen«, sangen sich die 300 Delegierten beim Deutschlandtag der JU in Saarbrücken regelrecht high. Friedrich Merz, der Erzrivale, nahm die Sprechchöre schmunzelnd entgegen, badete minutenlang im Beifall des CDU-Jungvolks.

Nicht einmal ein Jahr nach seiner Niederlage im Rennen um den CDU-Vorsitz auf dem Hamburger Parteitag ist der 63 Jahre alte Sauerländer zurück – die Junge Union feierte ihn bereits als künftigen Kanzlerkandidaten. Zugleich votierten die JU-Delegierten mit großer Mehrheit für eine Mitgliederbefragung (Urwahl) in der Frage des Kanzlerkandidaten. Der Beschluss soll als Antrag auf dem CDU-Parteitag im November am 22./23. November in Leipzig eingebracht werden.

Kramp-Karrenbauer, die in den Umfragen immer tiefer im Tal der Tränen versackt, schwimmen die Felle davon. Denn: Bislang galt als ein ungeschriebenes Gesetz in der Union, dass der oder die CDU-Vorsitzende das Vorgriffsrecht in der »K-Frage« hat.

Rache ist eine Speise, die doppelt mundet, wenn kalt genossen

Gönnerhaft lächelte Merz neben dem JU-Vorsitzenden Tilman Kuban auf der Bühne, riss die Hände triumphierend hoch. Kalt genoss er die Rache für die Schmach vor knapp einem Jahr in Hamburg, als er Kramp-Karrenbauer bei der Wahl des (der) Parteivorsitzenden knapp unterlegen war.

Merkel- und AKK-Rivale Friedrich Merz (re.) genießt sichtlich den Beifall, den ihm die Junge Union – wie hier Ende September in Soest oder kürzlich in Saarbrücken – entgegenbringt

Vor dem JU-Kongress in Saarbrücken vermied es der taktisch ausgebuffte Sauerländer jedoch, allzu offen die in ihm brennenden Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur zu zeigen. Er blieb wie so oft im Vagen – nach der Devise: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. »Wenn Sie wollen, dass ich dabei bin, dann bin ich dabei«, sagte Merz unter dem Jubel der JU-Delegierten.

Wer noch fehlte: CSU-Chefpöbler Söder

Der traditionelle Deutschlandtag – sozusagen der Parteitag der Jungen Union – geriet somit zur Castingshow möglicher Kanzlerkandidaten. Unverkennbar war: Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), in Personalunion Bundesverteidigungsministerin, gilt zumindest bei der Jungen Union inzwischen als so gut wie tot – »dead woman walking«, lästerte ein JU-Delegierter.

Um von ihrem Desaster abzulenken, flüchtete sich die Saarländerin auf ihrer Heimatbühne Saarbrücken in absurden Diffamierungen der AfD. Auch CSU-Chef Markus Söder, der offenbar sonst nichts mehr auf Lager hat, erging sich in wüsten Pöbeleien.

Kramp-Karrenbauer verunglimpfte die AfD als den »politischen Arm des Rechtsradikalismus«. Wörtlich sagte sie: »Rechtsradikalismus und der politische Arm des Rechtsradikalismus, die AfD, sind ein wirkliches Problem in Deutschland.«

Der CSU-Vorsitzende, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, entblödete sich nicht, in dieselbe Kerbe zu hauen: »Die AfD ist nicht auf dem Weg, eine bessere und ehrlichere CDU zu werden. Die AfD ist auf dem Weg, die wahre NPD in Deutschland zu sein.« Die AfD sei »alles, aber sie ist nicht bürgerlich«, sagte Söder. »Die AfD will nicht zurück in die 80er und 90er – ein Teil ihrer Funktionäre will zurück in die 30er.«

Merke: Mit der Blödheit kann man ebenso wenig verhandeln wie mit der Schwerkraft! (hh)

• Weiterlesen •