Türkische Truppen greifen gezielt Christen in Nordsyrien an

Die syrische Stadt Qamischli liegt im äußersten Nordosten des Landes und nur wenige Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt. In der Stadt leben etwa 200.000 Menschen, viele von ihnen sind christliche Assyrer respektive Aramäer. Qamischli ist eine realtiv junge Stadt, sie wurde erst 1926 von Christen gegründet, die vor dem an ihrer Glaubensgemeinschaft begangenen Völkermord aus dem Osmanischen Reich geflohen waren. Während der Zeit der französischen Verwaltung nach dem Ersten Weltkrieg wie auch nach der Gründung Syriens am 28. September 1961 prosperierte die Stadt, Kurden und christliche Zuwanderer aus Armenien ließen die Bevölkerungszahl ständig weiter ansteigen.
Erst mit dem Erstarken des Terrornetzwerkes IS/DAESH erlebte Qamischli eine erste Welle von Gewalt. Gemeinsame Anstrengungen von kurdischen und christlichen Kämpfern sorgte jedoch rasch dafür, dass der IS sich aus der Region zurückziehen musste. Seitdem herrschte wieder Ruhe in der Stadt.
Dieser Ruhe wurde jedoch in der verganenen Nacht auf dramatische Weise ein Ende gesetzt. Türkische Truppen, die von Erdogan zum Einmarsch nach Syrien in Bewegung gesetzt wurden, haben Qamischli massiv attackiert. Allerdings seien nicht Stellungen der kurdischen YPG unter Feuer genommen worden, wie Augenzeugen und Betroffene berichten. Stattdessen haben die türkischen Soldaten gezielt die christlichen Stadtteile, ihre Bewohner und die dort vorhandenen Kirchen beschossen. Eine der Kirchen wurde schwer beschädigt, eine christliche Familie getötet. Die türkischen Soldaten haben bei ihrem Angriff Waffen aus deutscher Produktion eingesetzt.

• Weiterlesen •