Plädoyer für Demokratie und soziale Marktwirtschaft: Politologin kritisiert: »Die Klimarettung kommt fast einer Religion gleich«

Die Politikwissenschaftlerin und Soziologin Ulrike Ackermann sieht den Erhalt der »politischen, individuellen und ökonomischen Freiheiten« in Gefahr

Die Politologin Ulrike Ackermann kritisiert, die Klimarettung als oberstes politisches Primat über alles zu setzen. Das komme fast einer Religion gleich. Denn es gebe zahlreiche Widersprüche in der Klimapolitik. Der linken Kulturkritik erteilt die Wissenschaftlerin eine klare Absage.

Es sei wichtig, Ambivalenzen zuzulassen und rational über einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen zu debattieren, so die Politikwissenschaftlerin und Soziologin Prof. Dr. Ulrike Ackermann im Gespräch mit dem ›Deutschlandfunk‹. Doch »Klimarettung als oberstes politisches Primat über alles zu setzen, kommt fast einer Religion gleich«, stellt die Direktorin des John Stuart Mill Instituts mit Sitz in Bad Homburg fest. Es bringe absolut nichts, in einem Alarmismus die Weltkatastrophe an die Wand zu malen, der nur radikal begegnet werden könne.

Zudem sei die Klimapolitik der vergangenen Jahrzehnte von zahlreichen Widersprüchen geprägt. So habe der schnelle Atomausstieg dazu geführt, dass zum Teil schmutziger Strom aus EU-Nachbarländern importiert werden musste, obwohl Deutschland das große Vorbild im Kampf gegen die Erderwärmung sein wollte, so Ackermann. Die damit einhergehenden Strompreiserhöhungen haben aus ihrer Sicht zu Ungerechtigkeiten und Freiheitseinschränkungen für viele Bürger in diesem Land geführt.

Ackermann betont, dass der Erfolg des westlichen Zivilisationsmodells über die Jahrhunderte zu einer stetigen Verbesserung des Lebensstandards geführt habe. Dies wäre einhergegangen mit einem »Zugewinn an politischen, individuellen und ökonomischen Freiheiten«, so die Sozialwissenschaftlerin.

Es gehöre zur linken Kulturkritik von Horkheimer und Adorno, beides wichtige Vertreter der »Frankfurter Schule«, zu behaupten, der westliche Wohlstand sei durch Kolonialisierung und Globalisierung entstanden. Dabei hätten Teile Afrikas ihren Wohlstand nicht ohne die Wechselwirkungen mit dem westlichen Kapitalismus erreichen können. Daraus ein einseitiges Ausbeutungsverhältnis zu konstruieren, hält Ackermann für »verwegen«. Der Erfolg des westlichen Zivilisationsmodells hat aus ihrer Sicht über die Jahrhunderte zu einer Verbesserung des Lebensstandards geführt. »Wir sollten an dem Modell Demokratie und soziale Marktwirtschaft festhalten«, mahnt die Politologin.

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