Migration Zahl der Asylbewerber in der EU steigt wieder an

Etwa jeder dritte Asylantrag auf EU-Gebiet wird in Deutschland gestellt: Im Bild die zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Berlin

Bereits im ersten Halbjahr 2019 haben mehr als 305.000 Migranten einen Erstantrag auf Asyl in der EU gestellt. Deutschland bleibt nach wie vor mit großem Abstand zu anderen EU-Staaten das wichtigste Zielland von Asylbewerbern.

Die Zahl der Asylbewerber in der EU ist in diesem Jahr wieder angestiegen. Laut Zahlen der EU-Asylagentur EASO haben laut der ›Welt‹ im ersten Halbjahr rund 305.000 Migranten einen Erstantrag auf Asyl gestellt, ein Zehntel mehr als von Januar bis Ende Juni 2018. Inklusive der Folgeanträge waren es rund 337.000. Auch in diesem Jahr ist Deutschland wieder mit großem Abstand das wichtigste Zielland für sogenannte Asylbewerber: Bis Ende Juli wurden dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zufolge 100.233 Asylanträge in Deutschland gestellt – darunter 86.350 Erstanträge. Wichtigste Herkunftsländer waren Syrien, Irak, Nigeria, Afghanistan und die Türkei.

In den Jahren 2015 und 2016 reisten aufgrund Angela Merkels Offener-Grenzen-Politik mehr Migranten illegal nach Europa als jemals zuvor. Dem EU-Statistikamt Eurostat zufolge gab es in den Jahren 2014 (563.000), 2015 (1.257.000), 2016 (1.206.000), 2017 (655.000) und 2018 (586.000) jeweils historische Höchststände an Asylerstanträgen.

Trotz alledem beklagen Kritiker, dass sich Europa gegenüber Migranten abschotte, sodass kaum noch einem Flüchtling die illegale Migration nach Europa gelinge.

Die Asylerstanträge stellen laut ›Welt‹ einen guten Richtwert dar, die das Ausmaß der illegalen Migration widerspiegeln. Nicht erfasst in den Zahlen der Eurostat-Statistiken seien zwar auch Personen, die unerlaubt einreisen und keinen Asylantrag stellen. Dazu gehören Migranten, die dauerhaft versuchen, unter dem Radar der Behörden zu bleiben. Auch haben ungefähr die Hälfte der sogenannten unbegleiteten Minderjährigen (UM) keine Asylanträge gestellt. Andererseits reist aber auch ein Teil der jährlichen Asylbewerber legal über Touristen- oder Arbeitsvisa ein und stellt nach Ablauf des Visums einen Asylantrag, anstatt auszureisen; oder er stammt aus einem der nichteuropäischen Staaten, deren Bürger visumbefreit sind, etwa Venezuela.

Die Anerkennungsquoten der Asylsuchenden lagen und liegen EU-weit wie auch in Deutschland meist zwischen 30 und 50 Prozent. Mehrheitlich handelt es sich also laut den Asylprüfverfahren der nationalen Migrationsbehörden nicht um Flüchtlinge.

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