Nach den Massakern in Texas und Ohio Linke und Mainstream »über-Trump-fen« sich wieder einmal

Nach den Massakern in El Paso (Texas) und Dayton (Ohio) mit bislang 29 Toten hat US-Präsident Donald Trump klare Worte gefunden: Hass habe keinen Platz in den USA. Dessen ungeachtet scheinen die abscheulichen Bluttaten für Linke und Mainstream-Medien eine willkommene Gelegenheit für ein neues Trump-Bashing zu sein.

Gedenken an die Opfer des Massakers in El Paso

In der amerikanischen Grenzstadt El Paso eröffnete der mutmaßliche 21-jährige Schütze am Samstag in einem Walmart-Einkaufszentrum das Feuer, erschoss mindestens 20 Menschen und verletzte 26. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um einen 21-jährigen Weißen. Behörden bewerten das Attentat als »inländischen Terrorismus«. In dem vom mutmaßlichen Schützen verfassten Onlinemanifest ist nach Medienberichten von einer »hispanischen Invasion« die Rede. In dem Schriftstück beziehe sich der Verfasser auch auf den Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März.

Inzwischen sind sich die Behörden sicher, dass der Schütze aus der Stadt Allen nördlich von Dallas stammt, rund 930 Kilometer Luftlinie von El Paso entfernt. Soweit bekannt, sei er eigens für die Tat in die Grenzstadt El Paso, in der mehrheitlich Latinos leben, gefahren. Der Gouverneur des Bundesstaates Texas, Greg Abbott, kündigte bei einer Pressekonferenz an, die Strafverfolgung werde sich nicht nur auf den Vorwurf des Mordes, sondern auch auf den eines Hassverbrechens konzentrieren. Das deutet darauf hin, dass es sich möglicherweise um einen rassistischen Hintergrund handeln könnte.

Später, 13 Stunden nach den Schüssen in El Paso, tötete ein Schütze neun Menschen nahe einer Bar in Dayton im Bundesstaat Ohio und verletzte 16 weitere. Sein Motiv ist unklar. Nach Angaben von Bürgermeisterin Nan Whaley trug der Täter dunkle, schusssichere Schutzkleidung. Er habe eine Waffe mit vielen zusätzlichen Patronenmagazinen benutzt. Der 24-Jährige wurde nur rund 30 Sekunden nach Beginn seiner Attacke von der Polizei erschossen.

Demokraten machen Trump verantwortlich

Im Fall von El Paso entbrannte kurz nach der Tat eine Debatte um eine mögliche politische Verantwortung. Erste Stimmen werden laut, die Donald Trump indirekt eine Mitschuld an der Tat geben. Insbesondere die Demokraten wollen Trump an den Pranger stellen und attackieren ihn so direkt wie noch nie zuvor ein Präsident nach solchen Blutbädern angeklagt wurde.

So griff der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O’Rourke, der aus El Paso stammt, Präsident Donald Trump nach der Tat an und warf ihm vor, den Rassismus in den USA anzuheizen. Während der Präsidentschaft des Republikaners habe man einen Anstieg von Hassverbrechen beobachten können. »Er ist ein Rassist, und er schürt den Rassismus in diesem Land«, so O’Rourke.

»Unser Präsident scheitert nicht nur daran, sich diesen inländischen Terroristen entgegenzustellen und sie zu entwaffnen«, schrieb der demokratische Kandidat Pete Buttigieg auf ›Twitter‹. »Er vergrößert und duldet ihren Hass.« Der sozialistische Senator Bernie Sanders rief Trump auf, seine »rassistische, hasserfüllte und einwanderungsfeindliche Rhetorik« zu stoppen. Trump schaffe mit seinen Äußerungen ein Klima, »das gewalttätige Extremisten ermutigt«.

Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff twitterte: »Wenn der Präsident und andere Führungspersönlichkeiten sich einer rassistischen und entmenschlichenden Sprache bedienen, um Einwanderer und Muslime als Eindringlinge zu beschreiben, dann hören wütende und einsame Männer mit Waffen zu. Und sie schreiten zur Tat.« Massachusetts Senatorin Elizabeth Warren twitterte: »Wir müssen den weißen Nationalismus beim Namen nennen – heimischer Terror. Wir müssen den Präsidenten selbst beim Namen nennen, weil er Rassismus und weiße Vorherrschaft antreibt.«

Die ranghöchste Demokratin Nancy Pelosi forderte die Republikaner im Senat auf, sich Bemühungen anzuschließen, um die Waffengesetze im Land zu verschärfen. »Genug ist genug«, erklärte sie.

»Hass hat keinen Platz in unserem Land«

Nach dem Massaker von El Paso wendet sich Trump via ›Twitter‹ an die Nation und nennt die »hasserfüllte Tat« tragisch und einen »Akt der Feigheit«. Es gebe keine Rechtfertigung dafür, unschuldige Menschen zu töten. Trump selbst sprach den Menschen in El Paso und in Dayton sein Mitgefühl aus: »Hass hat keinen Platz in unserem Land, und wir werden uns darum kümmern«, so Trump vor Journalisten. Auf die Frage, ob er etwas gegen die Waffenprobleme im Land tun werde, sagte er am Sonntag, seine Regierung habe bereits viel getan. Aber vielleicht müsse mehr geschehen. Er fügte hinzu, dass es bei Taten wie denen vom Wochenende auch um ein Problem psychischer Erkrankungen gehe. »Das sind Menschen, die sehr, sehr ernsthaft psychisch krank sind.« Probleme mit Schießereien gebe es schon seit Jahren. »Wir müssen das stoppen«, sagte Trump.

Link zum Tweet

Einen Tag nach der Attacke in einem Einkaufszentrum in El Paso erwägt Mexiko, ein Auslieferungsgesuch gegen den mutmaßlichen Schützen zu stellen. »Wir werten diese Tat als einen Terroranschlag auf die mexikanisch-amerikanische Gemeinde und die mexikanischen Landsleute in den Vereinigten Staaten«, sagte Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard am Sonntag. Unter den 20 Todesopfern waren nach Angaben des mexikanischen Außenministeriums auch sechs Mexikaner.

Kein »Trump-Phänomen«

Der 77-jährige Spitzenkandidat der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden, indes vermied es, Trump die Schuld zu geben, da er laut Mediendarstellung mutmaßlich nur zu gut wisse, dass es schon vor Trump in den USA Blutbäder dieser Art gab und die Wurzeln viel tiefer reichen. Da war die Sandy-Hook-Tragödie, bei der 20 Erstklässler und 6 Erwachsene ums Leben gekommen waren. Oder die Schießerei in einem Nachtklub für Schwule in Orlando (49 Tote, 53 Verletzte). Oder das Massaker in einer afro-amerikanischen Kirche in Texas (26 Tote, 20 Verletzte). All diese Taten geschahen, als Biden und Barack Obama (58) im Weißen Haus saßen.

Biden kritisierte die Waffenlobby »NRA«, die immer wieder erfolgreich Gesetze für schärfe Waffenkontrollen blockiere.

Trumps amtierender Stabschef Mick Mulvaney verteidigte den Präsidenten im Interview mit dem Fernsehsender ›ABC‹. Trump trage auch indirekt keine Verantwortung an der Gewalt: »Das sind kranke, kranke Menschen und der Präsident weiß das. Es ist nicht fair, das Problem dem Präsidenten unterzuschieben«, sagte Mulvaney.

Angela Merkel hat bereits kondoliert

Nach den beiden Bluttaten in den US-Bundesstaaten Texas und Ohio mit 29 Toten hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel den Angehörigen bereits am Sonntag den Opfern ihr Mitgefühl ausgesprochen. »Die Grausamkeit und Abscheulichkeit dieser Taten bestürzen uns alle zutiefst«, erklärte Merkel in einem Kondolenztelegramm an US-Präsident Donald Trump, wie die Bundesregierung am Sonntagabend mitteilte.

Sie habe die Nachrichten von den Schusswaffenangriffen im texanischen El Paso sowie in Dayton »mit großer Bestürzung und Trauer vernommen«, erklärte Merkel. »Durch Akte der Gewalt und des Hasses« seien Menschen aus dem Leben gerissen, »Familien und ganze Städte in Trauer und Leid gestoßen worden.« Merkel sprach den Angehörigen der Opfer das Mitgefühl und die Anteilnahme aller Deutschen aus.

Auch deutsche Medien ereifern sich

Die deutschen Mainstream-Medien schreiben (sprechen) sich derweil regelrecht in Rage. Der Nachrichtensender ›ntv‹ unter Leitung der früheren ›Bild‹-Chefredakteurin Tanit Koch sprach in seinen Nachrichten von »Massenmorden«. Die ›Berliner Morgenpost‹ merkte an, dass »der Brandstifter mit den größten Zündhölzern im Weißen Haus sitzt«. Auch die Koblenzer Rhein Zeitung‹  meinte, ihren Senf dazu geben zu müssen: »Trump erntet, was er gesät hat.«

Trump-Bashing, so scheint es, hat wieder einmal Hochkonjunktur beim Mainstream!

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