Sicherheitsdurchsage in Hamburg-Altona schockiert Medien

Einen Tag nach dem Mord an einem 8-jährigen Jungen auf dem Frankfurter Hauptbahnhof hat ein Unbekannter im Bahnhof Hamburg-Altona die Reisende mit einer Durchsage vor ähnlichen Attacken gewarnt. Die deutschen Medien sind schockiert, weil die Durchsage rassistisch sei.
Nach Aussage einer Zeugin lautete die Warnung, “man solle sich hinter der Sicherheitslinie aufhalten und am Besten sicherheitshalber zur Mitte des Bahnsteigs gehen und Kinder an die Hand nehmen. Und wenn einem die Person, die neben einem steht, nicht geheuer erscheint, solle man weitergehen, damit ein weiterer muslimischer Anschlag vermieden wird”.
Die Bundespolizei wurde unmittelbar eingeschaltet. Sie ermittelt nun in dem Fall. Es gibt zwar nur eine Zeugin. Doch die Aufregung ist groß. Zwar kann niemand genau sagen, warum diese Warnung rassistisch ist. Aber man ist gewarnt.
Sollten der Täter oder die Täterin gefasst werden, droht seitens der Justiz nur eine Ordnungswidrigkeit. Das ist jedoch keine Straftat, denn der exakte Wortlaut ist nicht bekannt.
Die deutschen Medien überschlagen sich aber sicherheitshalber schon mal. Die Hamburger Morgenpost spricht von einer wirren Durchsage. Focus steigert sich zur Schock-Durchsage. In jedem Fall geht die Durchsage durch die Medien. Eine rassistische Durchsage auf einem gutdeutschen Bahnhof – das ist ein veritabler Skandal und eine Meldung wert.
Der Anlass der Meldung – der Mord an einem Achtjährigen – hatte in manchen deutschen Medien weniger Aufmerksamkeit gefunden als diese Durchsage. Die ARD etwa meldete den Mord kurz vorm Wetterbericht. Und auch jetzt sind die Medien bemüht, den Mord in Frankfurt als Einzelfall eines Gestörten zu relativieren.
Doch genau eine solche Durchsagen hätte einen Tag vorher in Frankfurt einem kleinen Jungen das Leben gerettet. Und das ist allemal wichtiger als eine angeblich rassistische Durchsage auf einem Bahnhof in Hamburg.

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