CDU droht zweistelliger Absturz in Thüringen

Am 27. Oktober wird in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Immer mehr zeichnet sich ab, dass die CDU, die fast ein Vierteljahrhundert lang den Ministerpräsident stellte, zu den ganz großen Verlierern werden kann.

Die Linkspartei von Ministerpräsident Bodo Ramelow liegt einer aktuellen Infratest Dimap-Umfrage zufolge mit 25 Prozent als stärkste Partei in Thüringen vorne. Damit würde sie aber unter den 28,2 Prozent bei der Landtagswahl 2014 bleiben.

Knapp dahinter folgt die AfD mit 24 Prozent, die somit gute Chancen hat, die Linke als stärkste Partei noch zu überrunden. Bekam sie bei der letzten Landtagswahl noch 10,6 Prozent, würde sich ihr Ergebnis damit mehr als verdoppeln.

Die CDU, die in Thüringen seit der Wiedervereinigung bei Wahlen und Umfragen immer vorne lag, stürzt mit 21 Prozent erstmals auf Rang 3 ab. Bei der Wahl 2014 hatte diese noch 33,5 Prozent. Selbst die letzte Infratest Dimap-Umfrage vor vier Monaten wies noch 28 Prozent aus.

Die Grünen, die zusammen mit Linke und SPD seit 2014 in Erfurt regieren, kommen auf 11 Prozent, was auch mehr als doppelt so viel wäre als die 5,7 Prozent bei der letzten Landtagswahl. Es sind auch drei Prozentpunkte mehr als noch Ende März.

Auf ihren historisch schlechtesten Wert in Thüringen würde die SPD mit 8 Prozent abrutschen, nachdem sie 2014 zumindest noch zweistellige 12,4 Prozent einfuhr. Neu ins Parlament könnte die FDP mit derzeit 5 Prozent einziehen, die sich damit auch verdoppelt.

Mit diesen Zahlen würde eine Regierungsbildung schwierig. Sämtliche Parteien haben ein Zusammengehen mit der AfD ausgeschlossen. Die bisherige rot-rot-grüne Koalition verfehlt mit 44 Prozent eine Mehrheit. AfD und CDU ergeben allein ohne FDP 45 Prozent.

Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten hätte der Umfrage zufolge Amtsinhaber Bodo Ramelow bessere Chancen als sein Herausforderer von der CDU, Mike Mohring. Ramelow käme auf 52 Prozent, der CDU-Partei- und Fraktionschef hingegen auf 28 Prozent.

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