EU-Richtlinie: Städtetag befürchtet Preisanstieg im Nahverkehr

BERLIN. Der Deutsche Städtetag hat wegen einer neuen EU-Verordnung vor steigenden Preisen im öffentlichen Nahverkehr gewarnt.  „Es ist zu befürchten, daß das ÖPNV-Angebot durch die Richtlinie langfristig teurer wird oder sogar reduziert werden muß“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Nachrichtenagentur dpa.

Hintergrund ist der Beschluß des Europaparlaments vom Donnerstag, der die Kommunen verpflichtet, Busse mit geringen Emissionswerten zu kaufen, um die Luftqualität zu verbessern und die Klimaschutzziele nicht zu gefährden. Gemeint sind damit etwa Elektro- oder Biogasbusse. Für Deutschland bedeutet dies konkret, daß bis 2025 mindestens 45 Prozent aller neu gekauften Busse „sauber und energieeffizient“ sein müssen. Ab 2026 sollen es dann 65 Prozent sein.

Die Städte seien prinzipiell für den Umstieg auf umweltfreundlichere Fahrzeuge, stellte Dedy klar. Das Problem sei aber, daß es gegenwärtig nur wenige marktreife Modelle für emissionsfreie Busse gebe, die noch dazu teurer seien. Würden die Ticketpreise in die Höhe getrieben, wäre dies das falsche Signal, betonte er. „Denn für eine Verkehrswende muß gerade jetzt und in den kommenden Jahren der ÖPNV ausgebaut und noch attraktiver werden, um den Umstieg von Menschen auf Busse und Bahnen zu erleichtern.“ (tb)

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