Ein Zeichen der Zuversicht

Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen für „bleibendes Engagement, Zusammenarbeit und Zuversicht“. Mit diesen Worten eröffnete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Montag in äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba das Bayerische Afrikabüro.

Das Afrikabüro soll künftig interessierten Unternehmen aus Bayern bei allen Fragen rund um Investitionen und Geschäfte in Afrika helfen. „Es ist schon was besonderes. Wir brauchen ein neues Kapitel in der Beziehung zwischen Deutschland, Europa und Afrika“, sagte Söder. Äthiopien könne ein echtes Modell sein für eine neue Demokratisierung in der Region, und das Büro sei ein Beitrag dazu.

Hoffnungsträger am Horn von Afrika

Bayerns Ministerpräsident besucht auf seiner ersten großen Auslandsreise für fünf Tage das afrikanische Land. Er will dabei für eine verbesserte Nachbarschaft Europas mit Afrika werben. Ziel des Freistaats sei es, Äthiopien aktiv bei seiner Entwicklung zu unterstützen und die internationalen Beziehungen auszubauen. Das 100-Millionen-Einwohner-Land am Horn von Afrika gilt als Stabilitätsanker in der Region.

Nur mit wirtschaftlichem Aufschwung, mit einem fairen und freien Handel, kann die Demokratisierung in Äthiopien erfolgreich weitergehen.

Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident

Das Bayerische Afrikabüro ist räumlich bei der Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) untergebracht. Geleitet wird das Büro von Linda Schraml. Neben dem Ausbau und der Begleitung der Entwicklungszusammenarbeit soll das Büro Entwicklungen bei der Afrikanischen Union beobachten und Kontakte zu Institutionen und Vertretern anderer afrikanischer Staaten in Addis Abeba pflegen. Das Büro solle Ideen entwickeln, koordinieren und die feste Kontaktstelle Bayerns zu Äthiopien und zur Afrikanischen Union werden, so Söder.

Umgekehrt sollen durch die Repräsentanz auch Afrikaner auf der Suche nach Investoren dabei unterstützt werden, in Bayern fündig zu werden. Söder: „Nur mit wirtschaftlichem Aufschwung, mit einem fairen und freien Handel, kann die Demokratisierung in Äthiopien erfolgreich weitergehen.“

Bäume gegen den Klimawandel

Vor der Eröffnung des Afrikabüros hatte sich Söder Umwelt- und Bildungsthemen gewidmet. So pflanzte er im Kirchenwald Bole Bulbula im Süden von Addis Abeba einen Olivenbaum. „Wälder sind eine Antwort auf den Klimawandel“, sagte er. Die Veränderung des Klimas sei eine Herausforderung für alle Länder, in Äthiopien sei der Wandel aber bereits besonders zu spüren.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden im einst waldreichen Äthiopien die meisten Wälder abgeholzt. Einzig die von Priestern geschützten Kirchenwälder blieben wie kleine grüne Oasen stehen und bieten jetzt ökologische Inseln. Die TU München nutzt die Kirchenwälder, um Baumarten für Aufforstungen zu identifizieren. Die Bayerische Staatsregierung unterstützt die Forschungen der TU München mit bis zu 250.000 Euro.

Bildung eröffnet jungen Menschen in Afrika Chancen für ein selbstbestimmtes Leben.

Markus Söder

Der Bestand heimischer Wälder sei eine Schicksalsfrage für Äthiopien, so der Ministerpräsident. Kirchenwälder schützten das Klima und wirkten der Bodenerosion entgegen. Bayern sei froh, beim Schutz des Waldes helfen zu können.

Sonnenstrom für das Schulhaus

Zum Programm der bayerischen Delegation gehörte auch ein Besuch in der German Church School – der deutschen Kirchenschule. In der Inklusionsschule werden Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet. Mit dem Bau einer Solaranlage will Bayern künftig die Arbeit der Schule unterstützen. Das Volumen des Projekts beträgt 80.000 Euro. Ziel ist eine autarke Stromversorgung, um den Schulbetrieb auch bei den häufig auftretenden Stromausfällen aufrechterhalten zu können.

Die private Schule ist staatlich anerkannt und in Trägerschaft der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache. Die Finanzierung erfolgt nur über Spenden und Zuwendungen.

„Bildung eröffnet jungen Menschen in Afrika Chancen für ein selbstbestimmtes Leben und damit die Grundlage, den Lebensunterhalt später selbst verdienen zu können“, lobte Söder die Schule. Bayern leiste gerne einen Beitrag, um diese Zukunftschancen zu gewährleisten.

(dpa/BK)

 

 

 

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