AfD fordert Minarettverbot in Bayern

Die Errichtung von Minaretten (wie hier in Berlin-Neukölln) soll in Bayern nach dem Willen der bayerischen AfD-Landtagsfraktion zukünftig untersagt sein

Bayern/München – Im Bayerischen Landtag wurde am Mittwoch über ein Minarettverbot diskutiert. Als erste AfD-Fraktion in Deutschland überhaupt hat die bayerische Fraktion einen Antrag auf ein generelles Bauverbot für Minarette gestellt. Bei der ersten Beratung lehnten CSU, Freie Wähler, FDP, Grüne und SPD die Forderung kategorisch ab.

Die Alternative für Deutschland (AfD) fordert ein Minarettverbot in Bayern. Die Partei hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf eingereicht, der am Mittwoch im Landtag diskutiert wurde. Diese Forderung wurde bei der ersten Beratung – wie nicht anders von der AfD erwartet – durch CSU, Freie Wähler, FDP, Grüne und SPD kategorisch abgelehnt.

Die AfD rechtfertige den Antrag mit der aus ihrer Sicht einer drohenden Islamisierung Bayerns. Orientalische Minarette passten nicht in die bayerischen Ortsbilder, so der AfD-Landtagsabgeordnete Richard Graupner. Ein Minarett sei aber mehr als ein »nett anzusehender Gebetsturm«, es sei vielmehr ein Symbol für den politischen und kulturellen Herrschaftsanspruch des Islams.

Harsche – und, wie Graupner auf ›Facebook‹ bemerkt, »unsachliche« – Kritik kam aus den Reihen der islam-affinen Grünen. Der AfD-Antrag wolle nichts anderes, als eine Religionsgemeinschaft in Misskredit zu bringen, so Ursula Sowa (Grüne). Ein Minarettverbot solle die Gesellschaft spalten und nicht schützen. Ulrike Scharf (CSU) betonte, dass ein Verbot der im Grundgesetz verankerten freien Religionsausübung widerspreche. In Bayern gebe es rund 500.000 bis 600.000 Muslime, knapp 300 Moscheen und nur sechs hätten ein Minarett, meinte Arif Tasdelen (SPD). Von daher sei es schon quantitativ »völliger Schwachsinn« zu glauben, dass Minarette Kirchtürmen Konkurrenz machen könnten.

Der Beitrag AfD fordert Minarettverbot in Bayern erschien zuerst auf Deutschland-KURIER.

• Weiterlesen •