Vergewaltigung: Immer mehr Verdächtige kommen aus dem Ausland

WIEN. Österreichs Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hat ein schärferes Vorgehen im Kampf gegen Sex-Attacken angekündigt. „Fast jeder zweite Verdächtige ist beim Delikt der Vergewaltigungen kein österreichischer Staatsbürger. Jetzt kann es nur eine Null-Toleranz-Politik geben, das gilt auch für Abschiebungen“, sagte Kickl der Kronen Zeitung.

Hintergrund ist der Anstieg von angezeigten Sexualstraftaten bis Ende November 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitrum. Wie eine Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Blattes ergab, wuchs die Zahl der gemeldeten Fälle von sexueller Belästigung, Vergewaltigung, pornographischer Darstellung und schwerem sexuellen Mißbrauch um 15,6 Prozent auf 4.210 Taten.

Von 793 Tatverdächtigen in Vergewaltigungsfällen waren demnach 358 ausländische Staatsbürger, was einer Zunahme von 26,5 Prozent entspricht. Kaum verändert hoch blieb dabei der Anteil von Afghanen. Waren im Vorjahr bis Ende November 52 Afghanen einer Vergewaltigung verdächtigt, sind es in diesem Jahr 55. Dahinter folgen türkische Verdächtige (47, plus 19 Personen) und deutsche (26, plus 20 Personen).

40 Prozent aller Tatverdächtigen sind Ausländer

Insgesamt ging die Zahl der gemeldeten Straftaten wie zuletzt auch in Deutschland jedoch zurück. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres registrierte die Polizei im Vergleich zu 2014 zehn Prozent weniger Fälle (395.510). Allerdings waren rund 40 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer.

Diese fielen vor allem bei Körperverletzungs-, Diebstahls- und Drogendelikten auf. „Im Kampf gegen die Kriminalität setzen wir auf mehreren Ebenen an, zum Beispiel mit Schwerpunktaktionen und verstärkter internationaler Zusammenarbeit. Und: Wir bringen Kriminelle konsequent außer Landes. Allein bei den Charter-Abschiebungen im Oktober, unter anderem nach Afghanistan und Nigeria, waren 47 Prozent Straffällige an Bord der Maschine“, hatte Kickl bei der Präsentation der Zahlen Ende November erläutert. (ls)

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