Bayern stärkt seine Lebensadern

Heute in BAYERN

„Bayern und der Bund arbeiten Hand in Hand für die bestmögliche Verkehrsinfrastruktur“, betonten Ministerpräsident Markus Söder und sein Gast, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, bei der jüngsten Kabinettssitzung in München. „Bayern liegt im Herzen Europas, ist Haupttransitland zwischen Nord und Süd, West und Ost. Es ist deshalb im Interesse Aller, die Verkehrsinfrastruktur Bayerns dem wachsenden Bedarf anzupassen und dafür kraftvoll zu investieren.“

Die Verkehrsinfrastruktur ist die Lebensader Bayerns, die Grundlage für Wohlstand und Lebensqualität im ganzen Land.

Markus Söder

Insbesondere im Schienenverkehr stellen sich mit dem Bau der Zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München, der Elektrifizierung weiterer Bahnstrecken, der Barrierefreiheit von Bahnhöfen und dem Bau des Brenner-Nordzulaufs wichtige Aufgaben. „Wir brauchen aber nicht nur mehr Schienen und Asphalt. Wir wollen über einzelne Projekte hinaus alle Möglichkeiten des digitalen Zeitalters nutzen, um ein intelligentes Verkehrssystem für das 21. Jahrhundert zu entwickeln“, so die beiden CSU-Politiker.

Schwerpunkt ÖPNV

„Die Verkehrsinfrastruktur ist die Lebensader Bayerns, die Grundlage für Wohlstand und Lebensqualität im ganzen Land“, betonte Ministerpräsident Söder. Deshalb habe Bayern im Juli eine umfassende Verkehrsoffensive beschlossen, die das Angebot auf Straße und Schiene deutlich verbessern werde und nun forciert werden soll. 100 Millionen Euro zusätzlich umfasst das Paket.

Wir wollen als Freistaat aber noch weiter gehen und (…) das 365-Euro-Jahresticket für Bayerns Ballungsräume entwickeln.

Markus Söder

Die für Juni 2019 geplante MVV Tarif-Reform sei ein wichtiger Schritt für mehr Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Süden Bayerns. „Wir wollen als Freistaat aber noch weiter gehen und zusammen mit den Partnern in den Verkehrsverbünden das 365-Euro-Jahresticket nach dem Wiener Modell für Bayerns Ballungsräume entwickeln“, bekräftigte Söder seinen jüngst vorgestellten Plan. Auch der Bund wird prüfen, ob er dieses Ticket unterstützen kann. Ziel sei ein „intelligentes Verkehrssystem für das 21. Jahrhundert“.

Die Staatsregierung setzt bereits einige weitere Bausteine der Verkehrsoffensive um:

  • Bayernweites E-Ticket: Machbarkeitsstudie, um künftig Reisen quer durch Bayern mit 900 Verkehrsträgern und verschiedenen Verkehrsmitteln, aber nur einem E-Ticket zu ermöglichen („Ein Blick, ein Klick“).
  • Die verstärkte Förderung der Verkehrsverbünde trägt erste Früchte. In Mainfranken entsteht ab 2022 ein neuer Verkehrsverbund mit dem Großraum Würzburg und Schweinfurt. Die Landkreise und Städte in Oberfranken, die noch keinem Verkehrsverbund angehören, haben entschieden, sich dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) anzuschließen.
  • Aufstockung der Busförderung auf das höchste Niveau seit zwölf Jahren.
  • Grobplanung für Einrichtung überregionaler Buslinien ist fertiggestellt. Der Freistaat wird die Träger dabei umfassend finanziell unterstützen.
  • Die Staatsregierung erarbeitet neue Förderrichtlinien, um ein bayernweites Mobilitätsangebot für alle von morgens bis abends („SmartBus“) fördern zu können. Ziel ist eine flächendeckende Versorgung mit flexiblen Bedienformen (Flexibus, Rufbus, etc.).
  • WLAN in gesamten ÖPNV

Bahnausbau in und um München

Verkehrsministerin Ilse Aigner erläuterte: „Wir wollen den ÖPNV flächendeckend, flexibel, umweltfreundlich und besser planbar machen. Dazu setzen wir auf eine zügige Umsetzung großer Investitionen wie der Zweiten Stammstrecke und des Programms Bahnausbau München – und auf Innovationen für noch attraktivere öffentliche Verkehrsmittel.“ Der Bahnausbau mit dem Herzstück Zweite Stammstrecke sei „unverzichtbar“ für München und die ganze Region. Ihre Inbetriebnahme werde die Kapazität im Kernbereich des S-Bahnsystems von heute 30 auf 54 Züge pro Stunde und Richtung nahezu verdoppeln. Laut Zeitplan der DB sollen noch in diesem Jahr die ersten Hauptbaumaßnahmen vergeben werden.

Der Bund entlastet Bayern hier bei der Vorfinanzierung. Dadurch stehen dem Freistaat für andere Projekte bis zu eine Milliarde Euro mehr zur Verfügung. Diese Mittel wären sonst langfristig gebunden gewesen. Umgesetzt werden insgesamt 28 Maßnahmen, die entweder schon fertig gestellt sind, sich konkret in Planung oder im Bau befinden, darunter etwa die bessere Schienenanbindung des Flughafens und der barrierefreie Stationsausbau. Darüber hinaus prüft die Staatsregierung 26 weitere Maßnahmen, etwa tangentiale S-Bahnlinien wie einen S-Bahn-Ring.

Seilbahnen im urbanen Bereich

Seilbahnen können eine Bereicherung für den ÖPNV sein – da, wo der Verkehr zunimmt und Flächen knapp sind. Sie können recht schnell geplant und gebaut werden – und das auch vergleichsweise günstig. Sie machen wenig Lärm und gehen in die Höhe, das verringert den Flächenverbrauch. Und sie können viele Menschen transportieren: 4000 Personen pro Stunde und Richtung – das sind 50 Prozent mehr als bei einer Tram.

Zurzeit wird ein Leitfaden für städtische Seilbahnen erarbeitet, den alle Kommunen in Bayern erhalten sollen. Daneben könnten künftig auch Magnetschwebebahnen Teil des ÖPNV werden.

Güterverkehr soll auf die Schiene

Um das Wachstum im Güterverkehr – bis 2030 voraussichtlich um 41 Prozent, vor allem auf den Straßen – zu bewältigen, sollen mehr Güter auf die Schiene geholt werden, über die Alpen jährlich um zehn Prozent mehr. Helfen sollen dabei innovative Umschlaghilfen wie NiKRASA, BrecoTrain oder CargoBeamer. Um Schadstoffe zu reduzieren, will die Staatsregierung außerdem den Anteil des Dieselverkehrs auf der Schiene deutlich zugunsten elektrischer Antriebe verkleinern. Sie sind zudem leistungsfähiger, wartungsärmer und mittelfristig kostengünstiger.

„Wir setzen auf eine Erhöhung des Anteils elektrifizierter Schienenverbindungen auf bayernweit 60 Prozent und auf einen besseren Lärmschutz für die Bevölkerung“, sagt Ministerin Aigner. Mit Blick auf Strecken, die in absehbarer Zeit nicht elektrifiziert werden können, werden innovative Fahrzeuge und Hybridantriebe erprobt. Um die Schiene attraktiver zu machen, setzt Bayern außerdem auf den „Masterplan Schienengüterverkehr“ des Bundes: Trassenpreise werden mit zusätzlichen Bundesmitteln deutlich reduziert, die Digitalisierung forciert, Infrastruktur ausgebaut.

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