Bayern stellt viele neue Lehrer ein

Heute in BAYERN

Immer mehr Kinder werden in den kommenden Jahren in Bayern eingeschult. Das liegt vor allem an höheren Geburtenzahlen, an der Zuwanderung aus Ost- und Norddeutschland sowie aus anderen EU-Ländern, aber auch am Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen mit ihren Kindern. Bis zum Schuljahr 2026/27 wird in jedem Jahr ein Anstieg der Grundschülerzahl prognostiziert. Im Jahr 2026 wird es in Bayern über 50.000 Grundschüler mehr geben als heute.

Mit diesen Maßnahmen kann nicht nur die Unterrichtsversorgung an Grund-, Mittel- und Förderschulen gesichert, sondern auch das Angebot an Arbeitsgemeinschaften, Differenzierungs- und Fördermaßnahmen erhalten werden.

Bernd Sibler (CSU), Bayerns Kultusminister

Der bayerische Kultusminister Bernd Sibler (CSU) sieht die Schulen in Bayern für alle Fälle vorbereitet: Sein Ministerium hat genaue Prognosen über die Entwicklung der Schülerzahlen für die nächsten Jahre erarbeitet und wird einem ganzen Paket an „vorausschauenden Maßnahmen“ auf die höheren Zahlen reagieren. Größeren Unterrichtsausfall – von der Opposition wegen des Wahlkampfs schlagzeilenträchtig an die Wand gemalt – wird es also nicht geben.

„Mit diesen Maßnahmen kann nicht nur die Unterrichtsversorgung an Grund-, Mittel- und Förderschulen gesichert, sondern auch das Angebot an Arbeitsgemeinschaften, Differenzierungs- und Fördermaßnahmen erhalten werden. Einsparmaßnahmen sind auch im Bereich des Informatikunterrichts und der Digitalisierung nicht notwendig“, erklärt Sibler.

700 zusätzliche Studienplätze

„Nach vielen Jahren mit rückläufigen Schülerzahlen steigen jetzt die Geburtszahlen und damit bald auch die Schülerzahlen. Deshalb haben wir für das nächste Wintersemester an den bayerischen Universitäten 700 zusätzliche Studienplätze für Lehramt Grundschule zur Verfügung gestellt“, erklärte Sibler bei der Vorstellung der Zahlen. Der Numerus Clausus, den es beim Lehramt gab, dürfte damit Vergangenheit sein.

Weiter erklärt Sibler: „Wir können genügend Stellen und Finanzmittel zur Verfügung stellen, um unsere Grund-, Mittel- und Förderschulen mit Lehrern zu versorgen. Herausfordernd bleibt es, die entsprechenden Personen dafür zu finden. Deshalb haben wir bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um auch langfristig dem Bedarf zu begegnen.“

Alle (!) Grund- und Mittelschul-Bewerber erhalten eine Stelle

Erste Maßnahme: Sibler plant eine „Voll-Einstellung“ für das kommende Schuljahr für Grund-, Mittel-, Fach-, Förderlehrer sowie Lehrkräfte für Sonderpädagogik. „Alle Bewerber, die ihre Ausbildung erfolgreich absolviert haben, erhalten ein Einstellungsangebot mit der Zusage auf Verbeamtung“, betont der Minister

Eine weitere, stark nachgefragte Maßnahme ist die Zweitqualifizierung für Realschul- und Gymnasiallehrkräfte, um mit Planstelle an Grund-, Mittel- und Förderschulen zu unterrichten. An Grund- und Mittelschulen haben laut Ministerium mehr als 300 Lehrkräfte diese Maßnahme schon durchlaufen und arbeiten unbefristet an Mittelschulen in Bayern.

Weitere 1300 Lehrkräfte wurden bisher für diese Maßnahme gewonnen, davon erhalten über 510 ein Einstellungsangebot zum September 2018, weitere schließen die Maßnahme im September 2019 ab. In der aktuellen Bewerbungsrunde haben sich rund 850 Lehrer zu einer Teilnahme bereit erklärt, die dann 2020 fertig werden.

4200 Junglehrer erhalten eine Stelle

Auch in anderen Bereichen will der Minister im kommenden Herbst aufstocken: Die mobilen Reserven an Grund- und Mittelschulen werden um 50 auf 2450 Vollzeit-Lehrerstellen aufgestockt, an Berufsschulen soll es 50 neue Stellen geben. Auch für Sonderpädagogik wird das Angebot an den Hochschulen erweitert. Mit einem Sonderprogramm will das Ministerium bisher befristete Aushilfskräfte unterstützen.

Netto wird es im neuen Schuljahr also ganz sicher deutlich mehr Lehrerstellen in Bayern geben als bisher. Wie viele es genau sein werden, konnte der Minister aber noch nicht sagen, da ja schließlich auch viele Lehrkräfte in Ruhestand gehen. Sicher ist: Rund 4200 Junglehrer bekommen im Herbst eine Planstelle.

Viele Lehrkräfte, die ihre Ausbildung beenden, können sich Hoffnungen machen, vom Freistaat übernommen zu werden. Bei Grund- und Mittelschulen sowie Förderzentren werden alle Absolventen, die mindestens einen Abschluss mit einer 3,5 gemacht haben, mit einer Planstelle bedacht. Bei Realschulen und Gymnasien hat sich nach Einschätzung des Ministers die Einstellungssituation zumindest verbessert.

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