„Diversity“ und deutsche TugendenAuswärtiges Amt: Diplomaten mit Migrationshintergrund gesucht

Die historische Inschrift Dem Deutschen Volke auf dem Giebel des Reichstagsgebäudes ist der politischen und kulturellen Linken schon lange ein Dorn im Auge. Nicht erst seitdem der grüne Phrasendrescher-König Robert Habeck in einem Interview verkündete, es gebe kein Volk, versuchen hyperliberale Multikultibesoffene, den Schriftzug zu entfernen oder umzudeuten.

Seit dem Jahr 2000 ist der Fassaden-Schriftzug bereits durch eine Installation mit der Aufschrift Der Bevölkerung im Innenhof der Berliner Machtzentrale ergänzt worden. In der jüngeren Vergangenheit gab es immer wieder Aktionen, bei denen politische Gruppierungen die Widmung an der Außenseite des Parlaments mit eigenen Botschaften überdeckt oder erweitert haben.

Inzwischen sind die, die dem deutschen Volke nicht besonders wohlgesonnen gegenüberstehen, im innersten des Staates angekommen. Das machte dieser Tage eine Diskussion zwischen dem Auswärtigen Amt und einigen Nutzern auf Twitter deutlich. Das deutsche Volk ist für das Ministerium offenkundig nur noch so eine Art Fußnote der Geschichte, das man deshalb auch nur noch in Gänsefüßchen setzt.

Klage über zu wenig Diplomaten mit Migrationshintergrund

Ausgelöst hatte die Debatte ein Video, in dem eine gewisse Tiaji Maynell Sio anläßlich des „Diversity Days“ daran erinnerte, daß das Auswärtige Amt, für das sie arbeitet, 2014 die Charta der Vielfalt unterschrieben hat. Die Mitbegründerin des Netzwerks „Diplomats of Color“ (deutsch: „Klub der farbigen Diplomaten“) berichtete in dem Clip, wie sehr sich ihr Chef Heiko Maas (SPD) für mehr Vielfalt in seinem Zuständigkeitsbereich einsetze.

Trotz alledem gäbe es auch im Auswärtigen Amt noch viel zu tun in Sachen Diversität. So sei es zum Beispiel noch keine Selbstverständlichkeit, daß „People of Color“ deutsche Interessen im Ausland repräsentierten. Auch gebe es noch keine „Führungspersonen mit sichtbarem Migrationshintergrund“.

Twitter-Nutzer kritisieren das Auswärtige Amt Foto: Screenshot Twitter

Als Nutzer dann beim Ministerium nachfragten, ob über die Anstellung nicht eher die Qualifikation als der Migrationshintergrund entscheiden sollte, reagierten die auswärtigen Hüter der Toleranz gereizt und packten vom Gendersternchen bis hin zu den Anführungszeichen zur Einklammern des deutschen Volkes so ziemlich alles aus, was das Lexikon der Deppensprache zu bieten hat. „Zum Glück ist das ‘deutsche Volk` sehr divers – und deshalb wünschen wir uns auch bei unseren Mitarbeiter*innen so viel Diversität wie möglich.“

Twitter-Abteilung setzt noch einen drauf

Mit diesem ideologietriefenden Tweet machte es die Twitter-Abteilung des Außenministerium nicht besser. Zumal sie alles tat, um sämtliche Zweifel zu zerstreuen, ob es sich bei der Formulierung nur um ein Mißverständnis oder um den Fehler eines übermotivierten Praktikanten gehandelt haben könnte. Während die junge Frau im Video immerhin noch unverkrampft von „deutschen Interessen“ sprach, setzten die digitalen Relativisten mit auswärtigem Amtshintergrund in einer weiteren Antwort an einen kritischen Twitter-Nutzer noch einen drauf; und auch gleich noch den Begriff „deutsche Tugenden“ in Anführungszeichen. Damit erklärten sie diese quasi zu einer Art Relikt des 20. Jahrhunderts.

Für das Auswärtige Amt sind deutsche Tugenden überholt Foto: Screenshot Twitter

Zumindest damit liegen die amtlichen Sozialen Netzwerker vermutlich leider gar nicht falsch. Das zeigen die Äußerungen aus dem Außenministerium, die eigentlich eines jeden deutschen Beamten unwürdig sein sollten. „Die Debatte über ‘deutsche Tugenden‘ überlassen wir lieber Ihnen und dem 20. Jahrhundert. Uns geht es im 21. Jahrhundert darum, daß sich die Vielfalt der deutschen Bevölkerung auch im Ministerium wiederfindet, denn das macht uns ausgewogener, weltoffener und stärker“, hieß es auf dem offiziellen Account.

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