Tierfreundliches Piraten-Nest: Der St. Pauli-Sixpack

Foto: DFL
1. Tor des Monats im Blindenfußball
„DU BLINDER!“ – Es sind Ausdrücke wie diese, mit denen Zuschauer im Stadion hin und wieder ihren Unmut ausdrücken, wenn einer ihrer Spieler einen Fehlpass gespielt oder eine Großchance vergeben hat. Beim FC St. Pauli hat “blinder Fußball” allerdings Programm, denn seit vielen Jahren sind die Kiezkicker im Blindenfußball aktiv und bieten so Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen die Möglichkeit, Fußball zu spielen. Dabei sind die Hamburger sogar außerordentlich erfolgreich, feierten 2017 die Deutsche Meisterschaft und standen auch 2018 im Finale. Dort unterlag der FCSP zwar dem MTV Stuttgart mit 1:2 – dafür schrieb St. Paulis Spieler Serdal Celebi Fußball-Geschichte. Sein Anschlusstor wählten über 30 Prozent der Teilnehmer in der ARD Sportschau zum Tor des Monats, erstmals gewann ein Blindenfußballer die begehrte Plakette.
2. Weltpokalsiegerbesieger
Es war eine der Bundesliga-Überraschungen der letzten 20 Jahre: Im Februar 2002 empfing St. Pauli als Tabellenschlusslicht den Liga-Primus FC Bayern. Kaum jemand hatte auch nur einen Cent auf einen Sieg der Kiezkicker gesetzt, die sich am Ende nach Toren von Thomas Meggle und Nico Patschinski sensationell mit 2:1 durchsetzten. Was folgte, war der wohl größte Merchandising-Erfolg der Bundesliga-Geschichte: St. Pauli verkaufte mehr als 125.000 T-Shirts mit der Aufschrift „Weltpokalsiegerbesieger“.
3. Piraten-Nest im Stadion
Als Kiezverein engagiert sich der FC St. Pauli ganz besonders für die Bewohner des Stadtteils. Seit zehn Jahren sieht man einen deutlichen Beweis sogar im Stadion. Bei den Umbauarbeiten wurde eine Kindertagesstätte ins Innere der Ecktribüne zwischen Süd- und Haupttribüne eingerichtet. Das Piraten-Nest bietet über 100 Kindern auf 3 Etagen Platz, sich ordentlich auszutoben. Sogar während der Spiele werden dort die kleinsten Fußballfans betreut. Damit ist St. Pauli Vorreiter!
4. Totenkopf als Markenzeichen
An einem Besenstiel befestig wurde vor über 30 Jahren die erste Totenkopf-Flagge ins Millerntor-Stadion gebracht. Der Punkrocker ‚Doc Mabuse‘ inspirierte durch sein selbstgebasteltes Fanutensil: In der Folge feuerten immer mehr Fans den FC St. Pauli mit Totenschädeln an. Mittlerweile findet man ihn nicht mehr nur auf Fahnen, sondern auf sämtlichen Fanartikeln des Kiezvereins.
5. Viva con Agua
Seit der Saison 2018/19 sieht man die ehrenamtlichen Helfer von Viva con Agua im Max-Morlock-Stadion ihre Fahnen schwenken, um Pfandspenden zu sammeln. Seinen Ursprung hat diese Non-Profit-Organisation in St. Pauli. 2005 wurde Viva con Agua von Spieler Benjamin Adrion gegründet, nachdem er im Wintertrainingslager auf Kuba die Probleme der Trinkwasserversorgung hautnah miterlebte. Das erste Projekt für saubere Trinkwasserversorgung wurde in Havanna realisiert, von dort aus ging es in 15 Projektländern weiter.
6. PETA Progress Award
2010 erhielt das Millerntor den PETA Progress Award als tierfreundlichstes Fußballstadion. Begründet wurde die Auszeichnung durch das reichhaltige Angebot an vegetarischen und auch veganen Gerichten wie den Gemüsefrikadellen, Chinarollen oder orientalischen Gemüsetaschen.

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