Hunderttausende Schutzmasken durch die USA beschlagnahmt? Berlin muss eigene Fakenews korrigieren

Von Max Roland | Die USA beschlagnahmen Masken, die für die Berliner Polizei bestimmt waren, Innensenator Geisel spricht von einem „Akt moderner Piraterie“ und wirft Washington „Wildwest-Methoden“ vor. Und Trump ist mal wieder der Böse, der Egoist, der uns unsere dringend benötigten Masken abknüpft.  Die ganze Geschichte ist wirklich fast wie ein Comic – vor allen Dingen, weil sie anscheinend Fiktion ist. Denn wie die Berliner Polizei jetzt klarstellte, hat es Innensenator Geisel wohl doch nicht ganz so genau mit den Fakten genommen. So sei die Lieferung gar nicht konfisziert, sondern durch den Vertragspartner zurückgehalten worden – und das nicht in den USA, sondern in Thailand.  Warum die Lieferung nicht nach Berlin geht, ist unklar: Vielleicht stoppte Thailand den Verkauf, vielleicht bekam der Händler ein besseres Angebot.

Selbst das Unternehmen 3M, welches die Masken herstellt,  weiß von nichts. „Wir wissen nichts von einer Bestellung der Berliner Polizei für 3M-Masken, die aus China kommen“, zitiert der „Tagesspiegel“ einen Sprecher der Firma. „3M hat keine Unterlagen über eine Bestellung von Atemschutzmasken aus China für die Berliner Polizei.“ Von einer Beschlagnahme der Ware wüsste man auch nichts. Auch das Weiße Haus hat den Behauptungen Geisels inzwischen widersprochen: Die USA hätten keine Maske beschlagnahmt, die für andere Länder bestimmt seien. Die CDU im Abgeordnetenhaus spricht im Hinblick auf Geisels Märchenstunde von einer „bewussten Irreführung“. 

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