Club-Profis im digitalen Training

Foto: Sportfoto Zink
Ein Hoch auf das digitale Zeitalter möchte man sagen, wenn man sich vorstellt wie der Trainingsbetrieb eines Profi-Sportvereins in zweiwöchiger häuslicher Quarantäne ohne Apps abgelaufen wäre.

„Ziemlich überrascht“ waren FCN-Athletiktrainer Florian Klausner und seine Trainerkollegen, als zwei Tage vor dem Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli klar war, dass sie ab sofort für 14 Tage nur noch digitales Training anbieten können.
„Vor allem in der Winter- und Sommerpause arbeiten wir viel mit verschiedenen Apps, um die Jungs für die Vorbereitung fit zu machen, daher war das keine große Herausforderung“, sagt Klausner. Der Fokus in der 14-tägigen häuslichen Quarantäne lag auf dem Ausdauer- und Krafttraining, da hierfür das nötige Trainingsmaterial gestellt werden konnte.

Mit Hilfe von vier Apps arbeitet das Trainerteam beim FCN mit den Profis zusammen:

  • SAP Sports One ist dabei hauptsächlich für die Spielvor- und nachbereitung zuständig, liefert aber auch Fitnesswerte der Profis. Der Analyst des Club, Maurizio Zoccola, arbeitet hauptsächlich mit dieser App, um Spielstatistiken, Verletzungs- und Fitnessdaten zu sammeln und auszuwerten.
  • Die Club-Trainer benutzen die App Zoom, um sogenanntes Cyber-Training per Videokonferenzen auszuführen oder Besprechungen abzuhalten. „So können wir die Übungen natürlich am besten überprüfen, da wir den Jungs dabei zusehen, außerdem ist es interaktiv“, erklärt Florian Klausner.
  • Aber wie wertet der Österreicher wissenschaftlich die Athletikübungen aus? Hierbei bedient er sich einer weiteren App, anhand derer er fundierte Analysen liefern kann, um individuell auf den Sportler eingehen zu können. So sollen Verletzungen vorgebeugt werden, die Leistung optimiert sowie die Entwicklung des Profis gesteigert werden.
  • Auch das Krafttraining kam in der Corona-Zeit nicht zu kurz. Als Vorlage diente eine große Videodatenbank, die die Spieler an die Hand bekamen, um sämtliche Kraftübungen richtig auzuführen. 

Mental-Coach Mathias Berthold empfahl den Profis in der Quarantäne-Zeit eine weitere App, die zu Meditations- und Atemübungen einlädt. Meditation soll unter anderem dabei helfen, Stress zu mindern, die Konzentrationsfähigkeit zu steigern und die Stimmung zu heben.
„Natürlich war es in der Quarantäne nicht leicht, da wir es als Mannschaftsportler gewohnt sind, in Gruppen zu trainieren“, fasst Christian Mathenia die Zeit zusammen. Mit Hilfe der verschiedenen Apps wurde aber eine gewisse Abwechslung geboten. „Wir waren echt motiviert und haben uns immer gefreut, wenn es etwas zu tun gab“, lachte der FCN-Keeper. Währenddessen freute sich Klausner nicht nur über gute Werte der Spieler, sondern auch über das ein oder andere kreative Übungsvideo, das von den Profis gesendet wurde: „Ich kann nur so viel sagen: Sie waren ziemlich kreativ mit den Utensilien für ihr Training“.

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