Steiermark: Zwei weitere Asylheime sollen in Betrieb gehen!

Erst vor wenigen Tagen sorgte die Unterbringung von 15 Syrern im beschaulichen Wildon in der Südsteiermark für Aufregung. Jetzt stellt sich heraus: Auch in Leoben und am Semmering plant man offenbar mit Neuankömmlingen. 

Leoben/Spital a. S. – Wie die Kleine Zeitung am Mittwoch berichtet, will das Innenministerium in den nächsten nicht weniger als 150 Asylwerber – angeblich als Teil einer Umverteilungsmaßnahme – in der ehemaligen Baumax-Halle in Leoben-Lerchenfeld einquartieren. Bereits während der großen Asylkrise von 2015 war die Immobilie für diesen Zweck in Verwendung.

Leoben: Bürgermeister will „Gesundheitsrisiko abwenden”

Der Bürgermeister der Montanstadt, Kurt Wallner (SPÖ), will sich dafür einsetzen, dass die dortigen Insassen ein Ausgangsverbot bekommen. Kraft seiner Position sei es seine Pflicht „zuerst auf das Wohl der Leobener Bevölkerung zu achten.” Daher fordert er die dafür zuständigen Behörden auf, den Bewegungsradius der Asylwerber auf das Baumax-Areal zu beschränken. Dies mit dem Zweck, „jegliches Gesundheitsrisiko von der Leobener Bevölkerung abzuwenden”.

In der Kombination mit der Corona-Krise sorgen sich die Bürger betroffener Orte nämlich vor einer zusätzlichen Einschleppung von Infektionen durch die Quartiernahme von Asylwerbern. Sowohl bei den Vorfällen in Wildon als auch in Ossiach liefen die Gemeinde-Telefone deshalb heiß. Brisantes Detail am Rande: Während das Innenministerium als Verteilerbehörde mit Karl Nehammer einen ÖVP-Resortleiter besitzt, haben alle bislang betroffenen Gemeinden entweder rote oder blaue Bürgermeister…

Wirbel um mögliches Asylheim am Semmering

Dies gilt auch für Spital am Semmering, wo man sich ebenfalls für die Ankunft zusätzlicher Asylanten vorbereitet. Auf diesen Umstand reagierten Ex-Verteidigungsminister Mario Kunasek und der Nationalratsabgeordnete Hannes Amesbauer (beide FPÖ) mit Unverständnis: „Während die Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Krise massiv steigt, hegt die schwarz-grüne Bundesregierung offenbar gemeinsam mit Soziallandesrätin Doris Kampus Pläne, den steirischen Gemeinden wieder mehr Asylwerber aufzuzwingen”.

Sie verweisen auf die einstige Stilllegung des Areals in der Ortschaft Steinhaus durch Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ). Dieses habe einen zweifelhaften Ruf als „Kriminalitäts-Hotspot” gehabt. Außerdem sei dessen Betrieb mit etwa 4,2 Millionen Euro alleine im Jahr 2016 unwirtschaftlich gewesen. Eine Reaktivierung des Quartiers bedeute eine „völlige Trendwende in der Asylpolitik”. Amesbauer will deshalb nun parlamentarische Anfragen einbringen und „alle Hebel in Bewegung setzen”, um die Wiedereröffnung zu verhindern.


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