Zwei Politiker, die uns gerade jetzt fehlen: So hätten Schmidt & Strauß Deutschland durch die Corona-Krise geführt

Erst das Land, dann die Partei und zu allerletzt parteipolitische Mätzchen: Ex-SPD-Kanzler Helmut Schmidt (* 23. Dezember 1918; † 10. November 2015) und CSU-Legende Franz Josef Strauß (* 6. September 1915; † 3. Oktober 1988) standen trotz aller Gegensätzlichkeit ihrer Charaktere zusammen, als es 1977 auf dem Höhepunkt des RAF-Terrors im Bonner Krisenstab darauf ankam. Unser Foto zeigt die beiden Polit-Giganten bei einem Gespräch 1978 im Bonner Kanzleramt.

Ja, es stimmt: Helmut Schmidt (SPD) und Franz Josef Strauß (CSU) waren sich zeitlebens in inniger Hassliebe verbunden. Und doch standen sie zusammen für Deutschland ein, als es darauf ankam – damals im Terrorherbst 1977 im Bonner Krisenstab während der Entführung/Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, im dramatischen Mogadischu-Krimi um den Lufthansa-Jet »Landshut«. Wie würden die beiden Politgiganten Deutschland durch die schwerste Nachkriegskrise führen?

»In der Krise beweist sich der Charakter«, sagte Helmut Schmidt einmal. Franz Josef Strauß urteilte später über seinen SPD-Gegenspieler: »Helmut Schmidt und ich kennen uns sehr gut. Wenn er mich anredet ›Alter Gauner‹ und ich sage ›Alter Lump‹, so ist das durchaus eine von gegenseitiger Wertschätzung und realistischer Kennzeichnung getragene Formulierung.«

In der tagespolitischen Auseinandersetzung schenkten sie sich nichts. Schmidt über Strauß: »Dieser Mann hat keine Kontrolle über sich. Er ist wie ein Atomkraftwerk ohne Sicherung.« Strauß über Schmidt: »Er ist der bessere Schauspieler, ich bin der bessere Politiker.« Kurz vor seinem Tod 2015 räumte der Hanseat Schmidt in einem >ZEIT<-Interview ein: Sein ewiger Kontrahent aus Bayern habe »das Zeug zum Kanzler« gehabt.

Jetzt, in der Corona-Krise, spüren viele − vor allem ältere Menschen:

In der deutschen Politik wären Akteure wie Schmidt und Strauß vonnöten! Was würden Schmidt und Strauß anders machen als die Politdarsteller Merkel (CDU) und Söder (CSU), als die Laienschauspieler Scholz (SPD), Seehofer (CSU) und Spahn (CDU)? Der Deutschland-Kurier sprach mit früheren Wegbegleitern der beiden Politgiganten, mit namhaften Korrespondenten damals in der Bonner Republik. Ihr Resümee:

  1. Schmidt und Strauß wären schon qua ihrer Persönlichkeit ein Hoffnungsanker gewesen, an den sich die Menschen in Zeiten der Not hätten klammern können. Ein (bei all seiner Gegensätzlichkeit) Krisengespann, das Zuversicht gegeben hätte in einer fast schon apokalyptischen nationalen Krise.
  2. Schmidt und Strauß hätten rechtzeitig die gebotenen Konsequenzen gezogen aus den eigenen Katastrophenszenarien der Bundesregierung ausweislich eines Berichts an den Deutschen Bundestag von vor sieben Jahren. Darin wurde die jetzt eingetretene Pandemie drehbuchartig 1:1 vorausgesagt – früher oder später. Beide hätten aufgrund dieser Annahmen in den vergangenen Jahren eine systematische Krisenbevorratung betrieben – vor allem mit Beatmungsgeräten, mit Desinfektionsmitteln, mit Schutzmasken etc.
  3. Schmidt und Strauß hätten rechtzeitig Notfallpläne zum Bevölkerungsschutz aufgestellt und nicht wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen reagiert. Vor allem hätten sie nicht zugelassen, dass in den letzten Jahren im Zuge der sogenannten Kostendämpfung rund ein Drittel aller Notfallambulanzen (600) in Deutschland schließen musste. Kurzum: Sie hätten viel früher und vorausschauend gehandelt – Stichwort: Schaden vom deutschen Volke wenden …
  4. Schmidt und Strauß hätten beizeiten einen Einreisestopp aus China verfügt, und zwar schon im Januar, als die Katastrophe absehbar und Deutschland laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeblich »gut vorbereitet« Schmidt und Strauß hätten gewusst, dass ein Virus, zumal in Zeiten der Globalisierung, keine Grenzen kennt. Sie hätten deshalb Grenzen und Flughäfen vorsorglich geschlossen bis auf die Sicherstellung des Warenverkehrs. Sie hätten den ganzen Karnevalsrummel mit bier- und weinseligem Schunkeln des Altparteien-Establishments vorsorglich untersagt. Nicht von ungefähr ist NRW heute Krisen-Hotspot.
  5. Schmidt und Strauß hätten dafür Sorge getragen, dass glasklare Regeln für den Einsatz der Bundeswehr im Innern gelten, wie seit Langem von der AfD gefordert – etwa Unterstützung der Polizei bei der Durchsetzung von Ausgangssperren, Bereitstellung von Militärsanitätern, Öffnung von Bundeswehrkrankenhäusern, Unterstützung durch die Armee bei der Grenzsicherung.
  6. Schmidt und Strauß hätten mit Blick auf die volkswirtschaftlichen Folgen nicht gekleckert (erweiterte Kurzarbeiterregelung), sondern geklotzt: Sie hätten wahrscheinlich einen vorläufigen »Shutdown« für den Gier-Staat angeordnet, d. h. sofortige Aussetzung aller Steuervoraus- sowie Nachzahlungen durch Betriebe und Selbstständige (spätere Nachforderung vorbehalten)!
  7. Schmidt und Strauß hätten darauf gedrungen, dass unsere »Volksvertreter« in Zeiten der Krise mit gutem Beispiel vorangehen und bis auf Weiteres auf die Hälfte ihrer Diäten verzichten.
  8. Schmidt und Strauß hätten der beispiellosen Vernichtung von Unternehmenswerten durch Börsenspekulanten einen Riegel vorgeschoben – etwa durch das Verbot sogenannter Leerverkäufe (Wetten auf fallende Aktienkurse) und notfalls auch durch Aussetzung des Börsenhandels. Sie hätten NIEMALS zugelassen, dass die deutsche Lufthansa von der Ratingagentur »Moodys« auf Ramschniveau heruntergestuft wird.
  9. Schmidt und Strauß hätten Eilgerichte für Plünderer und Diebe von Gütern des medizinischen Bedarfs eingeführt, sie hätten sogenannte Flüchtlinge kaserniert, sämtliche Geldleistungen für die »Gäste« auf Sachleistungen umgestellt − sie hätten die unfreiwillig frei gewordenen Kapazitäten u. a. bei der Lufthansa dazu genutzt, um Asylbetrüger rigoros in ihre Herkunftsländer zurückzufliegen, und zwar en gros mit Luft-Sheriffs.
  10. Schmidt und Strauß wären täglich mit einer Pressekonferenz vor das deutsche Volk getreten – sie hätten Wirtschaft, Sozialpartner und Ministerpräsidenten an einen runden Tisch im Kanzleramt geholt.

FAZIT: Mit Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß wäre Deutschland in Corona-Zeiten nicht um den Schlaf gebracht. Schmidt und Strauß hätten Merkel & Konsorten wegen Unfähigkeit abgesetzt. Bei ihnen wäre zuerst das Land gekommen, dann die Partei und zu allerletzt, wenn überhaupt, der sogenannte Klimawandel.

Man wird ja wohl noch träumen dürfen! (oys)

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