Schwere VorwürfeIsraels Botschafter beklagt Haß auf Minderheiten in Deutschland

BERLIN. Israels Botschafter Jeremy Issacharoff hat den Zustand der deutschen Demokratie beklagt und die AfD scharf attackiert. „Keine demokratische Gesellschaft kann überleben, wenn Minderheiten permanent bedroht oder geschädigt werden“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung mit Blick auf das Attentat von Hanau, wie dpa berichtet. Der Holocaust habe allen gezeigt, wohin ein solcher Haß führe und welche schrecklichen Folgen er haben könne – „und genau darum geht es jetzt“.

Konkret warf er der deutschen Gesellschaft eine veränderte Einstellung zu Gewalt gegen Minderheiten vor. Eine offene Gesellschaft könne viele Dinge tolerieren, aber niemals Gewalt. Das habe sich aber in den vergangenen Jahren geändert. „Die Menschen beginnen wieder gewalttätig gegen Minderheiten, gegen Juden und Muslime zu handeln. Aus Worten werden Taten.“

Kontakte mit AfD „nicht haltbar“

Seine Forderung: „Wir müssen alle schützen, Terrorismus und Haß eindämmen und eine offene Gesellschaft bewahren, in der wir unsere Vielfalt feiern können.“ Es sei keine Lösung etwa die Kippa abzulegen oder keine moslemische Kopfbedeckung mehr zu tragen.

Zur AfD sagte Issacharoff: „Für mich ist es einfach nicht haltbar, Kontakte zu dieser Partei zu haben, die zumindest eine Nostalgie für die Nazi-Vergangenheit hat.“ Bereits den Einzug der AfD in den Bundestag hatte Issacharoff als „sehr besorgniserregend“ kommentiert. (tb)

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