Vorsicht! Bissiger Parteifreund!

Am Anfang steht auch heute noch das Wort, und erst recht gilt das für die Politik, wo man die Täter an den Taten leider erst erkennen kann, wenn es zu spät ist. Deshalb wird in dem Gewerbe auch so nichtssagend wie möglich formuliert. Nun aber blamieren ausgerechnet bei der bürgerlichen CDU auffällige Pöbelbrüder die ganze Innung… Aus Dr. Angela Merkels Sprachkompositionen etwa werden seit je nur glühende Anhänger und Sprachgelehrte schlau, der Rest des Publikums – und vor allem die Merkelbegleitpresse – reimt sich irgendwie zusammen, was sie gesagt haben könnte. Nur sehr selten spricht Merkel Klartext, etwa wenn sie fordert, Wahlen („unverzeihlich“) „rückgängig zu machen“, oder wenn sie über hausgemachte Probleme trotzig sagt: Püh! Jetzt sind sie eben da! In Merkels Schatten gediehen hingegen anscheinend mancherlei Sprachgestörte, deren Leiden nun, wie auf ein Kommando, hörbar gemacht wurde. Elmar Brok, Merkels Langschläfer bei der Europäischen Union (wenn Sie Elmar Brok googeln, wird sofort „Brok schläft“ angeboten), verfluchte Parteifreunde der Werte-Union als „Krebsgeschwür, das man von vorneherein mit aller Rücksichtslosigkeit bekämpfen“ müsse. Marco Wanderwitz, der neue Ostbeauftragte der Merkelregierung, geiferte, Gauland sei ein „kranker Mann, zerfressen von Hass und Dummheit” und die AfD „giftiger Abschaum”. Und nun leidet offensichtlich sogar Friedrich Merz, soeben noch als Leuchtturm von Brilon gefeiert, an selbigem Polit-Tourette. Wenn er dazu beitragen könne, „dass dieses Gesindel wieder verschwindet, dann leiste ich diesen Beitrag!“, verkündete er auf einer eigentlich gepflegten Veranstaltung. Bei Merz kommt noch eine andere Sprach-Störung hinzu. Er weiß oft gar nicht, was er gemeint haben könnte mit dem, was er […]

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