Mein Gott, Frank-Walter! Bundespräsident gratuliert Teheran erneut

Von Max Roland | Fehler sind menschlich. Schließlich macht sie jeder von uns. Aus Versehen das Fenster aufgelassen, das Haus ohne Schlüssel verlassen – Pannen passieren selbst unserem Bundespräsidenten.

Frank-Walter Steinmeier hatte sich eigentlich vorgenommen, dem Iran dieses Jahr nicht zum Nationalfeiertag zu gratulieren. Leider gab es wohl einen Kommunikationsfehler zwischen Bellevue und der Botschaft in Teheran – und es wurde trotzdem ein Telegramm übermittelt. Mein Gott, Frank-Walter! Dafür heißt es jedoch aus Kreisen des Bundespräsidialamtes, der versehentlich übermittelte Text sei ein sehr kritischer gewesen. Das wäre ja eine Überraschung -ich glaubte eigentlich, das Auswärtige Amt wüsste gar nicht mehr, wie man etwas kritisiert, was nicht Donald oder Boris mit Vornamen heißt. 

Der Inhalt des versehentlich-kritischen (oder versehentlich kritischen?)  Telegramms wurde nicht veröffentlicht. Vielleicht wurde Irans mangelnder Einsatz gegen die Klimakrise verurteilt? Immerhin hat der Iran das Pariser Klima-Abkommen bis heute nicht ratifiziert. 

Nebenbei bemerkt: Die SED-Parteizeitung „Neues Deutschland“ erklärt zu dem Vorfall: „Ja, an der Regierung in Teheran gibt es viel zu kritisieren. Und dennoch ist die Aufregung um das Telegramm nicht ehrlich. Erst kürzlich war nämlich der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz im Schloss Bellevue zu Gast, der bereits mit den Rassisten der FPÖ koalierte.“ Solche schon ikonisch-dämlichen Äußerungen sollte man eigentlich einrahmen und ins Museum bringen, bevor dieses DDR-Artefakt endlich am Kapitalismus zugrunde geht. 

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