Vorwahlchaos in Iowa: die Demokraten machen sich lächerlich 

Von Jan Schneider | An gleicher Stelle schrieb ich vor einer Woche, warum die Demokraten unfreiwillig alles dafür tun, um Trumps Wiederwahl zu sichern. Und während dieser bei seiner Lage zur Rede der Nation (State of the union) einen souveränen Eindruck hinterließ, wirkte Pelosi wie ein kleines Kind und zerriss das Manuskript der Rede des Präsidenten, welcher ihr seines Zeichens den Handschlag verweigerte.

Doch das wird von dem Ergebnis der US-Vorwahlen der Demokraten in Iowa überschattet – oder sollte ich lieber sagen – dem Nicht-Ergebnis. Denn obwohl in der Nacht von Montag auf Dienstag gewählt wurde, standen am Mittwochabend gerade einmal 75% der Wahlergebnisse fest. Erst einige Zeit nach der Wahl trudelten erste Ergebnisse ein. Peinlich – waren die Wahlen doch mit so viel Spannung erwartet worden. Es solle mehr Daten geben als je zuvor, hieß es vorher noch. Am Ende wurde das komplizierte Wahlsystem in Iowa und wohl ein technischer Fehler in einer, eigens zur Datenübertragung angelegten, App zum Verhängnis. Über die App konnten die Leiter der 1700 Wahllokale ihre Ergebnisse an die Partezentrale des Bundesstaats schicken. Bereits im Vorfeld äußerten mehrere Wahlhelfer, die App hätte Probleme gemacht. Nicht mal eine Wahl organisieren können die…

Auch Bernie Sanders, der wohl linksgerichtetste Kandidat, erkannte, dass die Glaubwürdigkeit der Partei massiven Schaden erlitten hat. Aktuell liegt Pete Buttigieg, der 38-jährige Bürgermeister aus South Bend, Indiana vorne. Das kommt ein wenig überraschend. Buttigieg lag zwar lange in Iowa vorne, in den letzten Wochen ging es für ihn in den Umfragen jedoch deutlich nach unten. Für den Polit-Neuling ist das Ergebnis schon jetzt ein Erfolg, auch wenn andere bessere Chancen haben, am Ende das Rennen zu machen. Die größten Chancen auf die Nominierung werden aktuell Sanders, der knapp hinter Buttigieg Zweiter in Iowa wurde, und Joe Biden – Ex-Vizepräsident unter Barack Obama – in Iowa auf enttäuschende 15% kommt und wohlmöglich keinen einzigen Delegierten gewinnen wird. Der Vollständigkeit halber: Elizabeth Warren, progressive Senatorin aus Massachussetts, landete auf Platz 3 und Amy Klobouchar aus Minnesota erreichte überraschend starke 12,5% und wurde Fünfte hinter Biden.

Wer von ihnen Trump schlagen soll: wenn ich ehrlich bin, wüsste ich keinen. Die Republikaner schlachteten die Wahlpanne aus, sprachen scherzhaft von russischen Trolls, diverse Verschwörungstheorien machen die Runde. Die Demokraten sind alles andere als geeint. Sie erinnern mich momentan an eine ehemals ruhmreiche linke deutsche Partei, die SPD. Mit denen wohl momentan niemand verglichen werden will.

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