500 Gramm Vielfalt und Toleranz

Essen muß jeder. Auch die eifrigsten politisch korrekten Zeitgenossen. Die können sich bei der Lebensmittel- und Ladenwahl schon einmal schwer tun. Der Bio-Markt um die Ecke ist zu teuer, der Besuch einer Filiale einer großen Kette mit dem Gewissen aber nicht vereinbar. Immer die drohende Frage im Hinterkopf: Wie sich rechtfertigen, wenn die Bionade-Runde zusammenkommt und die Köstlichkeiten nicht „fair trade“, „bio“ und „klimaneutral“ hergestellt sind?

Rewe bietet nun Abhilfe. Bis zum 17. November kann der Kunde auch beim Süßigkeiten-Einkauf Haltung beweisen. Anläßlich zum „Internationalen Tag für Toleranz“ verkauft der Kölner Konzern deutschlandweit eine Sonderedition seiner „ja! Erdnuß Chocs“ – Erdnüsse mit Schokoglassur in bunter Farbenpracht.

„Menschen mit und ohne Fluchterfahrung“

Dazu lockt die Aufschrift „ja! zu Vielfalt und Toleranz“ zum Griff nach der Nascherei für den guten Zweck. Guter Zweck? Ja! Pro 500-Gramm-Packung für 1,95 Euro spendet der politisch bewußte Käufer automatisch 40 Cent an die Flüchtlings- und Einwandererorganisation „Über den Tellerrand“.

Projektseite von Rewe Foto: Screenshot www.rewe.de/nachhaltigkeit/unsere-ziele/projekte/ja-zu-vielfalt

Die 2013 gegründete Initiative setzt sich für die „Integration in die Gesellschaft und soziale Teilhabe von Menschen mit Fluchterfahrung“ ein. Der Verein schafft nach eigenen Angaben Räume, „die Begegnung und Austausch auf Augenhöhe ermöglichen und Freundschaften zwischen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung fördern“. Unterstützt wird das Berliner Projekt von verschiedenen Unternehmen und Stiftungen aber auch vom Bundesarbeitsministerium.

„Die Welt, wie wir sie sehen“: bunt

„Rewe bekennt sich zu Vielfalt und Toleranz und gegen Diskriminierung und wachsende Fremdenfeindlichkeit“, heißt es im ersten Satz auf der eigens für das Projekt eingerichteten Webseite. Eine Karte aus „Erdnuß Chocs“ zeigt „die Welt, wie wir sie sehen“: bunt.

Rewe hat gerade ein Rekordjahr hinter sich. 2017 nahm das Unternehmen mit seinen Supermärkten und Discountern fast 29 Milliarden Euro ein – zwölf Prozent mehr als im Jahr davor. Der Konzern mit über 250.000 Mitarbeitern hätte also einen stattlichen Betrag „Über den Tellerrand“ spenden können – auch ohne plumpe Polit-Slogans auf Süßigkeitenverpackungen zu drucken und seine Kunden mit links-grünen Botschaften zu ködern.

➡ Weiterlesen ⬅