Abgeordnete werfen Afrika-Beauftragen der Bundesregierung Rassismus vor

BERLIN. Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei haben dem Afrika-Beauftragten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Günter Nooke (CDU), Rassismus vorgeworfen und seine Entlassung gefordert. Anlaß sind Aussagen Nookes in einem Interview in der B. Z. über die Kolonialzeit.

Der Afrika-Beauftragte hatte gesagt, die Kolonialzeit habe dazu beigetragen, den Kontinent aus archaischen Strukturen zu lösen. Zudem habe der Kalte Krieg Afrika mehr geschadet als die Kolonialzeit, da in dieser Phase mehr korrupte Eliten entstanden.

SPD und Grüne greifen Nooke an

Scharfe Kritik für seine Äußerungen erntete Nooke aus der SPD-Fraktion. Der stellvertretende außenpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Christoph Matschie, betonte gegenüber dem Tagesspiegel: „Zu sagen, der Kalte Krieg war schlimmer als die Kolonialzeit, ist absurd.“ Nooke zeige ein „erschreckend paternalistisches“ Weltbild.

Grünen-Politiker kritisierten, Nooke offenbare ein „krudes Geschichtsverständnis“. Außerdem gebe er den Afrikanern die Schuld für die Lage des Kontinents.

Links-Partei: Nooke ist untragbar

Die Entwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Helin Evrim Sommer, verlangte eine Richtigstellung der Aussagen Nookes. Anderenfalls sei er untragbar geworden.

Auch die Linken-Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler warf Nooke eine Verharmlosung der Kolonialzeit vor. Merkel solle ihn entlassen.


Nooke sagte, er habe die Kolonialzeit nicht relativieren wollen. (ag)

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