Spaniens Außenminister kritisiert Salvini und lobt Merkel

MADRID. Der spanische Außenminister Josep Borrell hat Italien eine „brutale Abschottungspolitik“ gegenüber Einwanderern vorgeworfen. Zugleich forderte er eine europäische Lösung der Asylkrise und lobte im Gespräch mit dem Handelsblatt das Vorgehen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Dem italienischen Innenminister Matteo Salvini warf Borrell vor, „eine Politik nicht nur auf Kosten von Spanien, sondern auf Kosten ganz Europas“ zu machen. Seit Italien seine Grenzen geschlossen hat, verzeichnet Spanien einen deutlichen Anstieg der illegalen Einwanderung. In diesem Jahr sind in Spanien bislang 25.000 Migranten angekommen.

Merkel habe „Ehre Europas gerettet“

Borrell plädierte für eine gesamteuropäische Lösung der Problematik. Sollte das nicht möglich sein, müsse „eine kleine Koalition von Ländern rund um Deutschland, Frankreich und Spanien vorangehen“. In dem Zusammenhang lobte der sozialistische Politiker die Entscheidung Merkels von 2015, die Grenzen zu öffnen. „Für mich hat die Bundeskanzlerin mit ihrer Entscheidung schlichtweg die Ehre Europas gerettet.“

Grundsätzlich gehe es in der Asylpolitik darum, den Europäern klarzumachen, „daß wir nicht nur den Menschen helfen, sondern daß es auch so etwas wie eine demografische Dividende gibt, von der die aufnehmenden Länder eindeutig profitieren.“ Das gelte insbesondere für Deutschland mit seiner niedrigen Geburtenrate. Langfristig werde das Land von der Einwanderung profitieren. (ag)

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